Zertifikate-Anlagestrategie
Spekulation auf die Zinsdifferenz

Mit einem aktiv gemanagten Zertifikat auf Hochzinswährungen erweitert die Landesbank Berlin die Anlagemöglichkeiten im Devisenbereich.

Mehr als 18 Prozent Zinsen auf türkische Lira, mehr als 12,5 Prozent für isländische Kronen: Fremdwährungen locken mit hohen Zinsen. Wenn da nicht das Währungsrisiko wäre. Einige Anleger haben dieses Risiko bereits mit dem Bonuszertifikat der Hypo-Vereinsbank » (WKN: HV1A27) auf das Verhältnis Türkischer Lira und Euro im eigenen Depot erfahren: Innerhalb von wenigen Wochen fiel die türkische Lira um mehr als 50 Prozent und durchbrach die Bonusschwelle – die Hoffnungen auf zweistellige jährliche Bonusrenditen waren dahin.

Das Topzins-Währungspicker-Produkt der Landesbank Berlin (WKN: LBB1WS), eine Tochter der Bankgesellschaft Berlin, zielt neben den Währungschancen bzw. -risiken auf die Zinsdifferenz ab. Von 35 ausgewählten Hochzinswährungen werden jährlich acht in einen Korb gepackt und monatlich vier mit der besten Entwicklung gekauft. Investiert wird jeweils in Festgelder mit einmonatiger Laufzeit. Der Währungskorb bei Emission besteht aus den Währungen Island Krone, türkische Lira, mexikanischer Peso, rumänisches Lev, australischer Dollar, neuseeländischer Dollar, südafrikanischer Rand und ungarisches Forint.

Grundlage für dieses so genannte Trendfolgemodell ist nach Aussagen der Landesbank ein erfolgreiches Eigenhandelssystem, mit dem die Berliner seit Jahren selbst in Devisen investieren und das nun auch dem privaten Anleger zur Verfügung gestellt werden soll. Laut Rückrechnung wurde mit dem System seit Dezember 1998 eine jährliche Rendite von 13,38 Prozent erzielt und damit drei Prozent mehr, als in dem Fall, in dem der Währungskorb statisch geblieben und nicht jeden Monat verändert worden wäre.

Allerdings beziehen sich die Renditeberechnungen auf die Erträge vor Abzug der Kosten, die nicht ohne sind: Zwar beträgt der Ausgabepreis nur 1,5 Prozent und die jährliche Verwaltungskosten lediglich 0,7 Prozent, dafür nimmt die Bankgesellschaft eine Performancegebühr. Die liegt bei zehn Prozent des höchsten monatlichen Schlusskurses. Dafür – so die Versprechungen Landesbank – sei man mit dem Handelssystem rechzeitig vor dem Absturz der türkischen Lira aus- und aktuell wieder in die Hochzinswährung eingestiegen.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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