Zertifikate-Barometer
Berater fürchten sich weiter vor Staatspleiten und Bankenkrise

Die Stimmung an den Börsen hat sich aufgehellt, doch in der Zertifikate-Branche dominieren weiter die Sorgen. Im September ist das Stimmungsbarometer bei den Beratern weiter gesunken. Lediglich für deutsche Aktien können sich die Profis wieder mehr begeistern.
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HB FRANKFURT. Zertifikateanbieter und Anlageberater sind angesichts drohender Krisenherde auch im vergangenen Monat skeptisch geblieben. Der Index zur Beurteilung der aktuellen Absatzlage in der Branche ging bei den Anlageberatern im September auf 50,2 (Vormonat: 50,9) Punkte von 100 möglichen Punkten leicht zurück, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Branchendienstes "Der Zertifikateberater" ergab.

Die Emittenten schätzen ihre Lage mit 47,5 Punkten immerhin besser ein als noch im August mit 45,3 Punkten. Liegt der Index allerdings unter 50 Punkten ist die Meinung überwiegend negativ, Werte oberhalb dieser Marke zeigen einen vorherrschenden Optimismus.

Vor allem die Sorge vor Staatspleiten und einer neuen Bankenkrise lastet weiterhin auf den Gemütern. "Jeder zweite Berater nennt eine mögliche Insolvenz auf Staatsebene als das größte derzeit wahrgenommene Risiko für das Anlagegeschäft", heißt es in der Studie. Als zweitgrößte Bedrohung werde ein Wiederaufflammen der Bankenkrise genannt.

Mehr als jeder fünfte Berater nennt Belastungsfaktoren wie Börsenbaisse, aufkommende Inflation, eine Immobilienkrise oder ein deutlicher Zinsanstieg. Dabei geht jeder Zweite davon aus, dass einer dieser Faktoren in den kommenden zwölf Monaten auch tatsächlich eintritt.

Die trübe Stimmung spiegelt sich auch bei der Frage nach den interessantesten Anlagethemen wider. Nahezu alle Trends wurden weniger häufig genannt wurden als noch im August. Die einzige Ausnahme bilden deutsche Aktien, deren Beliebtheit weiter gestiegen ist. Dabei sind Discountzertifikate und Aktienanleihen mit Abstand die beliebtesten Produkte zum Investieren in deutsche Standardwerte.

An der monatlichen Internet-Umfrage nahmen diesmal 20 Emittenten und 134 Berater aus allen Institutsgruppen teil.

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