Zertifikate
Berater müssen Margen nicht verraten

Bankberater müssen ihre Gewinnmargen gegenüber Kunden nicht offenlegen, wenn sie Zertifikate mit Rabatten auf die Nennwerte von den Emittenten beziehen, diese aber zum Nennwert weiter verkaufen.
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FrankfurtBankberater müssen ihre Gewinnmargen bei Zertifikategeschäften einem Gerichtsurteil zufolge nicht offenlegen. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) müssen Bankberater ihren Kunden nicht mitteilen, wenn sie Zertifikate mit Rabatten auf die Nennwerte von den Emittenten beziehen, diese aber zum Nennwert an ihre Kunden weiter verkaufen. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig, weil die klagende Anlegerin bis Anfang August dagegen vorgehen könne, teilte das OLG am Montag auf Anfrage von Reuters mit. 

Im vorliegenden Fall hatte eine Anlegerin ihre Bank verklagt, weil sie beim Zertifikatekauf angeblich fehlerhaft beraten worden sei. Die Bank habe ihr verschwiegen, dass sie die Papiere für nur 98 Prozent des Nennwertes beziehe und den Rabatt von zwei Prozent als Gewinn verbuche. Dabei hatte sich die Anlegerin auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) berufen. Demnach muss eine Bank, wenn sie Anlegern Investmentfonds empfiehlt und dabei verdeckte Rückvergütungen aus den Ausgabeaufschlägen und Verwaltungsgebühren enthält, diese offenlegen. Dadurch sollen Anleger einschätzen können, ob die Berater Produkte allein im Kundeninteresse empfehlen oder auch im Interesse der Bank. 

Dem OLG zufolge müssen Banken ihre Kunden nur darüber aufklären, wenn sie Vermögensberatern, die ihnen Kunden vermittelt haben, Provisionen zahlen. Zum Anderen müssten Anleger informiert werden, wenn Banken von Beratern oder Produktanbietern wie Fondsgesellschaften oder Zertifkateemittenten Provisionen erhalten. Preisnachlässe wie im vorliegenden Fall gelten dem OLG zufolge aber nicht als Provisionen.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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