Zertifikate
Bessere Chancen für Dax-Bären

Einige Reverse-Bonuszertifikate auf den deutschen Leitindex wurden zu ungünstigen Zeitpunkten emittiert und notieren im Minus. Das bietet Börsenpessimisten nun Chancen.

DÜSSELDORF. Deutlich mehr als zwölf Prozent hat sich der Dax innerhalb von wenigen Wochen seit dem Jahrestief im März erholt. Der deutsche Leitindex kämpft sogar wieder um die Rückeroberung der 7 000er-Marke. Doch nicht bei allen Anlegern hat die jüngste Kursrally für Erleichterung gesorgt. Viele Reverse-Bonuszertifikate, die von den Emittenten verstärkt seit Mitte Januar auf den Markt gebracht wurden, sind mittlerweile ins Minus gerutscht.

Grundsätzlich eignen sich diese Papiere für Investoren, die eher fallende Notierungen erwarten oder während der Laufzeit höchstens noch an moderate Kursanstiege glauben. Denn das Absicherungsniveau bei Reverse-Papieren liegt zur Emission über - nicht wie bei normalen Bonuszertifikaten unter - dem Referenzkurs des Basiswerts. Solange diese Barriere nicht berührt wird, bekommt der Anleger mindestens den Bonusbetrag ausgezahlt.

Eine höhere Rendite gibt es, wenn der Basiswert - je nach Aufgeld - mehr oder weniger deutlich unter das Bonuslevel fällt. Denn die Rückzahlung erfolgt prinzipiell nach folgender Formel: Doppelter zum Emissionszeitpunkt festgelegter Referenzwert des Basiswerts abzüglich Stand zum Berechnungstag, multipliziert mit dem Bezugsverhältnis. Wird die Barriere gerissen, bildet der Bonusbetrag allerdings nicht mehr die Mindestrückzahlung. Dann ist sogar ein Totalverlust möglich, wenn der Basiswert stark zulegt.

Gerade Anlegern, die die jüngste Kursrally als technische Reaktion in einem längerfristigen Bärenmarkt interpretieren, bieten einige der wenigen Reverse- Bonuszertifikate mit niedrigem Abgeld nun interessante Konditionen (siehe Tabelle).

Beispielsweise ein Capped Reverse-Bonus der LBBW mit der WKN LBW61P: 78,40 Euro werden zurückgezahlt, falls der Dax bis Mitte Juni kommenden Jahres nicht über die Marke von 9 059 Punkten steigt. (Referenzkurs: 6969 Punkte, Bonuslevel: 6098, Bezugsverhältnis: 0,01. Damit ergibt sich laut Formel die Bonuszahlung von 78,40 Euro). Beim aktuellen Briefkurs von 67,91 Euro liegt die Bonusrendite somit bei rund 14 Prozent p.a.. Zur Emission Anfang Februar lag die erzielbare jährliche Bonusrendite noch im einstelligen Bereich - trotz eines fast identischen Sicherheitspuffers.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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