Zertifikate
Die Elemente bieten den Investoren große Chancen

Ökonomie und Ökologie schließen Frieden – zumindest an den Börsen. Die kreativen Köpfe der Finanzwelt treiben die Schaffung von Instrumenten, die sich auf ökologische Themen beziehen, immer rascher voran.

Auf der einen Seite wird der Wirtschaft über Ökologie-Derivate ein wirksames Instrumentarium zur Absicherung von unterschiedlichen Risiken zur Verfügung gestellt. Andererseits hat die Vergangenheit bereits gezeigt, dass Anleger sehr wohl von nachhaltigen und ökologisch sinnvoll erscheinenden Investments profitieren können.

Doch so mancher nach dem Sofort-Ertrags-Prinzip der Finanzmärkte tickende Banker hat offensichtlich Probleme mit der Einsicht, dass die Renditequelle solcher ethischer Investments nicht heute, sondern erst in der Zukunft sprudelt. Und dies möglicherweise auch erst für spätere Generationen.

Nach dem inzwischen voll etablierten Handel mit CO2-Emissionsrechten – von Teilen der Energie- und Rohstoffwirtschaft weiter als „staatliches Diktat“ angeprangert und abgelehnt – haben auch andere sich auf ökologische Themen beziehende Finanzprodukte zuletzt de Finanzwelt erobert. Deutschland nahm dabei eine Vorreiterrolle ein. Mathematisch gut ausgebildete „Financial Engineers“ versuchen, zum Beispiel die Urstoffe Erde, Luft und Wasser in Finanzprodukten handelbar zu machen, was allgemein als ein schwieriges Unterfangen gilt.

Auf diese Weise wird diesen „Ur-Rohstoffen“ ein Preis zugeordnet. Mit anderen Worten: Die Menschheit kann zum ersten Mal überhaupt einen täglich an Börsen ermittelten Preis für die Elemente Erde, Luft und Wasser sehen. Die Grundidee: Erst wenn die Welt erkennt, dass etwas teuer ist, wird es als wertvoll betrachtet. Die Idee, ein stärkeres Bewusstsein der Menschen für die Umwelt dadurch zu schaffen, natürlichen Ressourcen einen Preis zu geben, ist so alt wie das Wissen um die Leiden des Planeten selbst.

Hierdurch angetrieben hat die Finanzwelt Ökologie-Derivate etabliert, die an Bedeutung gewinnen. Solche Produkte existieren bereits beim Faktor Luft. Mit dem Börsenhandel von CO2-Derivaten wurde ein Anfang gemacht. Jetzt geht es auf diesem Wege mit den Elementen Erde und Wasser weiter. Investments in Erde selbst sind über Gesellschaften möglich, die den Faktor Erde als Agrar-Nutzfläche einsetzen. Die Finanzwelt interessiert sich stark für agrarische Rohstoffe, aus denen Bioenergie wie Ethanol gewonnen wird. Diesen Trend haben die Terminbörsen in den USA und Brasilien erkannt, wo Ethanol-Derivate gelistet sind.

„Bis jetzt habe ich noch keinen interessanten Weg gefunden, direkt in den Rohstoff Wasser zu investieren“, klagt Investmentguru Jim Rogers. Dass es vom Bankhaus Pictet inzwischen einen Wasser-Fonds oder von ABN Amro Wasser-Zertifikate gibt, hat an Rogers Meinung nichts geändert. Neue Ideen kommen jetzt aus Sydney. Die dortige Terminbörse will in absehbarer Zeit den Handel mit Wasser-Derivaten starten. Für die meist ländliche australische Gesellschaft habe sich in der Vergangenheit immer wieder das Problem der Verfügbarkeit ausreichender Wassermengen gestellt. Dies habe sich für Australien nicht selten als „schmerzliche Realität“ erwiesen, heißt es von Seiten der Sydney Futures Exchange (SFE). Das Wasser-Risiko bestehe indes nicht nur für die ländliche Bevölkerung, sondern auch für alle anderen Bereiche der Volkswirtschaft auf dem Fünften Kontinent.

Bis heute gibt es kein effizientes Instrumentarium zur Kontrolle und zur Absicherung dieser Risiken. Die SFE will diese Lücke durch die Kreation von Futures-Kontrakten auf mehrere Wasser-Indizes schließen. Diese gemeinsam von der SFE und der State Water Corporation der australischen Provinz New South Wales SFE entwickelten State-Water-Indizes sind die Wasserhöhe – und damit die potenzielle Verfügbarkeit von Wasser auf Seiten der Abnehmer (Landwirtschaft, Industrie, Haushalte etc.) in den bekannten Stauseen in Queensland, New South Wales und Victoria ab. Die australischen Wasser-Indizes weisen bei voller Auslastung der Kapazitäten – bei voll gefüllten Lagerstätten auf Grund von Regenfällen also – die Marke von 100 auf. Bei Hitze- und Dürreperioden sind die Indizes in der Vergangenheit bis auf rund 20 zurückgefallen. Traditionell liegen die Indizes im Monat November auf dem höchsten und im Monat Mai auf dem niedrigsten Stand.

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