Zertifikate
Die Spreu vom Weizen

Früher galten sogenannte Deep Discounter als Ersatz für Termingeld. Doch die Renditehoffnungen gehen meist nicht auf. Welche Produkte die Ratingagenturen trotzdem empfehlen.
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Die Renditen von Discountern auf den Dax sind auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Gerade noch sechs Prozent jährlich bieten Produkte mit einem Rabatt von mindestens zehn Prozent, Deep-Discountern mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr lohnen sich gar nicht mehr.

Bei Deep Discountern beträgt der Abstand vom aktuellen Dax-Kurs bis zum Cap (Puffer) in der Regel mehr als 30 Prozent (siehe Tabellen auf den folgenden Seiten). Der Kurs müsste folglich bis zum Ende der Laufzeit um mehr als ein 30 Prozent einbrechen, damit die Rendite schwindet. Doch von Rendite ist bei Produkten mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr kaum die Rede.  Sie liegt derzeit bei unter 1,5 Prozent. Da sind Fest- und Termingeld-Angebote von Banken  einfach besser. Zumal diese Angebot der Kreditinstitute kein zusätzliches Aktienmarktrisiko wie ein Discounter besitzen.

Auf diesem Grund hat die Ratingagentur EDG bei ihrer Auswertung ganz auf entsprechende Produkte mit einem Abschlag von mindestens 30 Prozent verzichtet. Mittbewerber Scope ist auf längere Laufzeiten ausgewichen, um attraktive Renditen darzustellen. Regelmäßig veröffentlicht Handelsblatt Online in Zusammenarbeit mit der Ratingagentur Scope und der European Derivatives Group (EDG) die attraktivsten Discountzertifikate auf den Dax.

In der ersten Tabelle stammen die Rabattpapiere aus der Grundmenge aller in Deutschland gehandelten Discountzertifikate. In die zweite Tabelle schaffen es dagegen nur Papiere, deren Emittenten über eine Bonität verfügen, die im oberen Drittel der Bonitätsliste aller Banken liegt.

Die Bonität der Bank wird aufgrund der Höhe der Kreditausfallversicherung (CDS = Credit Default Swaps) eingestuft. Je höher der CDS, also je höher die Kosten für die Absicherung europäischer Bankanleihen gegen einen Zahlungsausfall sind, desto geringer ist die Bonität. Mit Credit Default Swaps sich Investoren gegen einen möglichen Zahlungsausfall zum Beispiel einer Staatsanleihe absichern. Kann der Schuldner nicht zahlen, springt der Versicherer ein.

Kommentare zu " Zertifikate: Die Spreu vom Weizen"

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  • Stimmt.

    Die Derivate werden übrigens von den Emmitenten sowieso soweit wie möglich mit "richtigen" börsengängigen Optionen oder Terminkontrakten abgesichert.

    Es werden also defakto Kombinationen derartiger Kontrakte mot Aufschlag weiterverkauft, weshalb man bei vielen "Scheinen" besser dran ist, die an den Termin- und Optionsbörsen selbst "nachzubauen".

    Insofern als Termine nicht exakt nachgebildet werden können werden Annahmen gemacht darüber was beispilsweise eine zweijährige Option kosten dürfte bei einem gegebenen Preis einer einjährigen Option. Da der Emittent sich hier nicht 1:1 absichern kann, baut er einen EINEN HOHEN RISOKOZUSCHLAG in den Preis seines Derivats ein.

    ...

    NUR bei Produkten, die exakt nachbildbar sind - z.B knockout "Calls" - kann es vorkommen, daß die Aufschläge die ein Emittent auf seinen GROSSHANDELSPREIS berechnet geringer sind als der EINZELHANDELSAUFSCHLAG den der Kleinanleger selbst für einen Terminkontrakt nebst Finanzierungskosten der Marge zu zahlen hätte.

    Das ist selten, und der erzielbare Preisvorteil ist so minimal daß ich "Scheine" überhaupt nicht mehr berücksichtige und bei Bedarf nach z.B. Seitwärtsrendite eben börsengängige Optionen schreibe. Bei vielen Brokern ist das auch "nackt" als Margengeschäft möglich.

  • Es gibt kein Weizen unter den Derivaten.
    Falls das Ergebnis für den Anleger doch mal positiv ausfällt, hat man einfach Glück gehabt.
    Man hätte genauso gut blind irgendeine Aktie kaufen können.

    Derivate werden von Experten kreiert, die sämliche Hilfmittel und Infos haben wie sie aus dem Papier den maximalen Gewinn rausziehen können.
    Diese Leute haben studiert, können auf alle Daten der Vergangenheit und Gegenwart zugreifen und sind erstklassig in Finanzmathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

    Welcher normale Mensch wäre so dumm sein Geld gegen den Weltmeister 2012 im Pokerspielen zu setzen?

    Aber bei Derivaten finden sich leider immer noch genug Opfer...

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