Zertifikate für versierte Investoren
Dreh mit Dividende: Bonuszertifikate

Unter diesem zugkräftigen Namen entwickelten sich Zertifikate, die versierte Investoren einsetzen.

Ihr Versprechen: Bleibt ein Basiswert (meist eine Aktie) während der Laufzeit über einer bestimmten Kursschwelle (Barriere), beschert das Papier bis zum Laufzeitende einen vorher festgelegten Zuwachs - der markiert das Bonusniveau, das auf Sicht von fünf Jahren ein Plus von rund 40 Prozent erreichen kann. Sollte der Basiswert stärker steigen, zieht das Zertifikat mit; und sollte der Basiswert die untere Barriere touchieren, sind die Verluste nicht größer als bei der Aktie. Finanziert wird der Bonuseffekt über die Dividenden des Basiswerts. Sie fließen in Optionen und erlauben den Zugewinn im Zertifikat, solange der Basiswert über der Barriere des Zertifikats bleibt.

Von Bonuszertifikaten gibt es Weiterentwicklungen: Bonus Step Ups sind billiger und haben dafür eine Gewinngrenze eingezogen; bei Bonus-Pro-Exemplaren entscheidet nicht die ganze Laufzeit über die Zahlung des Bonus, sondern nur ein Fenster von einigen Monaten vor Laufzeitende.

Chancen und Risiken

Chancen: Treten die Aktienmärkte auf der Stelle, sind Bonuszertifikate ein Ass im Ärmel. Sie mildern Kursschwankungen und bewirken über die Bonusfunktion einen stetigen Zuwachs bis zum Ende der Laufzeit. Die Umwandlung von Dividenden in mögliche Kursgewinne ist ein verkapptes Steuersparmodell. Und sollten die Kurse doch noch durchstarten, nehmen Bonuspapiere voll und ganz an der Hausse teil.

Risiken: Bonuspapiere gibt es in der Regel nur auf Aktien oder Aktienindizes, die eine hohe Dividende abwerfen. Auf die meist jährlichen Auszahlungen müssen Besitzer von Bonuspapieren verzichten. Schlimmer noch: Sollte der Basiswert unter die Bonusbarriere sinken, ist nicht nur die Dividende endgültig dahin; dann stürzt auch das Zertifikat dem Basiswert hinterher. Da das Zertifikat mit intaktem Bonusversprechen teurer ist als die Aktie, vollzieht sich dieser Rückgang dann sogar schneller als der Kursrückgang der Aktie selbst. Pendelt der Basiswert nur noch knapp über der Bonusbarriere wird aus dem Zertifikat ein spekulatives Papier. Oft ist eine Laufzeit von fünf oder mehr Jahren bei Derivaten ein Vorteil. Hier kann sie zum Risikofaktor werden. Denn je länger das Zertifikat läuft, desto größer ist die Gefahr, dass der Bonus doch eines Tages verloren geht.

Einsatzmöglichkeiten der Bonuszertifikate

Bonuszertifikate sind eine Alternative zum reinen Index-Investment, wenn der Basiswert gute Aussichten bietet und das Zertifikat genügend Abstand zur unteren Barriere und zum anvisierten Zielbonus bietet. Wie interessant das Zertifikat wirklich ist, zeigt erst ein Vergleich mit der jeweiligen Dividende des Basiswerts. Sollte der Basiswert der Untergrenze des Zertifikats gefährlich nahe kommen, lieber zur Sicherheit aussteigen - wie bei einer normalen Aktie.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 22 vom 26.05.2005 Seite 104 ff.

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