Zertifikate
Garantiezertifikate: Ein genauer Blick tut Not

Garantiezertifikate bleiben in Sachen Anlegergunst auf der Überholspur. Kein Wunder: Versprechen die Bestseller doch auch in unsicheren Börsenzeiten solide Renditechancen ohne Reue und Risiko. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
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DÜSSELDORF. Wenn die Börsenkurse fallen wie zuletzt, dann steigt das Sicherheitsbedürfnis der Anleger. "Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der Marktanteile verschiedener Zertifikate-Typen wider", sagt Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbandes (DDV). "Fast die Hälfte des Geldes, das Anleger in Zertifikate investiert haben, steckt derzeit in Garantiezertifikaten. Im Januar 2008 waren es nur 33,4 Prozent, also rund ein Drittel", so Brandau.

Kein Wunder: Klassische Garantiezertifikate versprechen in der Regel zum Laufzeitende die Rückzahlung von 100 Prozent des Emissionspreises. Das ist an sich schon viel Wert in Zeiten kollabierender Aktienkurse. Doch nun kommt bei vielen Garantiezertifikaten noch ein zweites Argument hinzu. Viele dieser Papiere notieren derzeit unter ihrem Einstandskurs.

Wer jetzt zugreift, kann also offensichtlich risikofreie Renditen generieren. Jedenfalls auf den ersten Blick. Doch erfahrene Börsianer wissen, dass mehr Rendite auch mehr Risiko bedeutet. "There is no free lunch", heißt es an der Wall Street. Geschenkt gibt es nichts. Deshalb lohnt es sich, einen zweiten, kritischen Blick auf die Entwicklung von Garantiezertifikaten in den vergangenen Wochen zu werfen.



Beim Durchforsten vergleichbarer Angebote mit identischen Indizes als Basiswert fällt schnell auf, dass die Emittenten ihre Produkte offensichtlich zu unterschiedlichen Konditionen anbieten.

Während beispielsweise Garantiezertifikate von Goldman Sachs derzeit überaus attraktive Renditeperspektiven bieten, scheinen andere Emittenten wie etwa BNP Paribas mit Zinsen zu geizen. Beispiel: Ein Garantiezertifikat auf den Euro Stoxx 50 Index mit Laufzeit bis August des kommenden Jahres ist bei Goldman Sachs derzeit zu einem Kurs zu haben, der Anlegern eine Mindestperformance von etwas mehr als acht Prozent per annum verspricht (siehe Tabelle). Würde der Kurs des Index über die Marke von 3675,06 Punkten steigen, wäre sogar noch mehr drin - angesichts des aktuellen Kursniveaus von unter 2500 Punkten ist dies allerdings nur eine theoretische Chance.

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