Zertifikate
Hedge-Fonds-Zertifikate kommen aus der Mode

Für Privatanleger eignen sich sogenannte Hedge-Fonds-Zertifikate kaum. Die meisten Produkte haben derart restriktive Bedingungen, dass Anleger entweder nicht rein oder im Bedarfsfall nicht raus kommen. Auch die Gebühren sind happig. Inzwischen haben das wohl auch die Banken eingesehen.

FRANKFURT. Der Produktvertrieb von Hedge-Fonds-Zertifikaten an private Anleger trocknet langsam aber sicher aus. Der Grund dafür: Die deutschen Emittenten legen so gut wie keine neuen Produkte mehr auf; der Großteil der bereits emittierten Scheine wird entweder gekündigt oder zurückgekauft.

"Bei Hedge-Fonds und Zertifikaten handelt es sich in der Wahrnehmung zur Zeit um die denkbar schlechteste Kombination", sagt ein Sprecher von Finanzdienstleister Apano. Gemeinsam mit der Hypo-Vereinsbank (HVB) plant das Unternehmen die derzeit einzige Neuemission für private Investoren in Deutschland: ein Garantiezertifikat auf den Global-Futures-Fund der Man-Group (ISIN: DE000HV5AL71). Das Papier kann bei der HVB noch bis Ende des Monats gezeichnet werden. Bislang sammelte Apano damit insgesamt 20 Mio. Euro ein. "Gemessen an den derzeitigen Umständen ist das durchaus ein guter Wert", heißt es beim Finanzdienstleister.

Die Kooperation von Apano und der HVB bei Hedge-Fonds-Zertifikaten besteht zwar erst seit Ende des vergangenen Jahres. Seitdem emittierten die Münchener aber bereits drei Apano-Hedge-Fonds-Zertifikate. Über weitere Neuemissionen will die HVB derzeit aber noch nicht sprechen.

Die jüngste Neuemission zeigt, wie schwer es für Privatanleger ist, in Hedge-Fonds zu investieren. Abschreckend wirkt beispielsweise der Mindestanlagebetrag des neuen Garantiezertifikats; 10 000 Euro müssen die Anleger auf den Tisch legen. Der Ausgabeaufschlag beträgt immerhin sechs Prozent. Ab einer Zeichnungssumme von mehr als 15 000 Euro berechnet die Emittentin fünf Prozent einmalige Gebühren. Nach der Börseneinführung der Zertifikate am 13. August müssen zudem immer mindestens 1 000 Stück auf einmal gehandelt werden. Und wollen die Investoren aus dem bis zum Jahr 2027 laufenden Garantieprodukt vorzeitig aussteigen, kann sie das weitere Einlösegebühren zwischen ein und zwei Prozent kosten.

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