Zertifikate-Hintergrund
Bonuszertifikate gewinnen mit dem Dax

Über 5 000 Punkte im Dax führen nicht nur zu Hochstimmung auf dem Parkett in Frankfurt. Auch die Laune unter den Zertifikateanlegern steigt. Denn für sie kann sich wieder eine kurzfristige Bonuswette lohnen.

Mit Erreichen der 5 000-Punkte-Marke im Dax rücken auch die Bonuszertifikate auf den deutschen Leitindex wieder ins Visier der Anleger. Denn gerade in seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Aktienmärkten können die Papiere mit der Teilschutz-Funktion ihren größten Vorteil ausspielen: Sie lassen risikoscheue Anleger am Aufwärtstrend von Aktien oder Indizes teilhaben und schützen gleichzeitig vor Verlusten. Allerdings nur bei moderat fallenden Börsenkursen. Wegen der weltweit stark fallenden Kurse in der jüngsten Vergangenheit ging die Wette für viele Bonusanleger nicht auf.

Bonuszertifikate litten am stärksten unter den Turbulenzen der Finanzkrise. Die Teilschutz-Funktion wurde ihnen zum Verhängnis. Die Papiere garantieren ihren Anlegern zwar die Auszahlung eines Mindestbetrages zum Laufzeitende. Allerdings nur dann, wenn der Kurs des jeweiligen Basiswertes eine vorher festgelegte Schwelle während dieser Frist nicht berührt oder unterschreitet. Eine vollständige Absicherung des eingesetzten Kapitals bieten die Papiere ihren Besitzern also nicht.

Die Verlustschwelle von Bonuszertifikaten auf zum Beispiel den Dax liegt je nach Risikoneigung des Anlegers regelmäßig ca. 20 bis 50 Prozent unter dem derzeitigen Börsenkurs. Aber: Je niedriger Anleger diese Verlustschwelle wählen, desto geringer fällt auch die Auszahlung des Zertifikats am Laufzeitende aus. Fällt der Basiswert während der Zertifikatelaufzeit unter die Verlustschwelle, geht die Absicherung verloren. Mit Fälligkeit des Zertifikats müssen Anleger dann eine Auszahlung der realen Wertentwicklung des Index in Euro hinnehmen. Bei Bonuszertifikaten auf Einzeltitel erhalten sie regelmäßig die jeweiligen Aktien selbst zurück.

Nachfrage steigt

Schon im vergangenen März verzeichneten die Bonus- und Teilschutzzertifikate an den hiesigen Derivatebörsen ein deutliches Wachstum. Der Deutsche Derivate Verband (DDV) berechnete auch aufgrund von positiven Preiseffekten ein derzeit ausstehendes Volumen von 5,7 Mrd. Euro - 6,5 Prozent mehr als im Vormonat. Mit knapp neun Prozent Anteil stellen die Bonus- und Teilschutzpapiere die viertgrößte Kategorie am gesamten deutschen Markt für Anlagezertifikate. Größere Marktanteile haben nur noch Garantie, Express- und Discountzertifikate.

Mehr als die Hälfte aller in Deutschland erhältlichen Bonuszertifikate auf den Dax verfügen derzeit über Verlustschwellen von mehr als 20 Prozent. Bei einer Laufzeit von nicht mehr als sechs Monaten könnte der deutsche Leitindex also bis Jahresende um rund 1 000 Punkte auf ein Niveau von 4 100 Punkten fallen, ohne dass die Anleger einen Verlust erleiden müssten.

Wichtig für die erfolgreiche Wette auf den Dax ist also eine möglichst niedrige Verlustschwelle. Sie bestimmt die Auszahlung am Laufzeitende. Während der Laufzeit beeinflusst die Volatilität (Schwankungsbreite) eines Basiswertes den Kurs des Zertifikats. Denn je stärker der jeweilige Börsenkurs steigt oder fällt, umso wahrscheinlicher ist es, dass er die Verlustschwelle berührt. Und je größer das Risiko ist, dass ein solches Schwellenereignis eintritt, umso weiter fällt der Kurs des Bonuszertifikates.

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