Zertifikate
Insidergeschäfte für alle

Wenn Insider eigene Aktien kaufen, gilt das als verlässlicher Indikator für überdurchschnittliche Kurschancen. Schließlich müssen sie ja wissen, wie es um ihr Unternehmen bestellt ist. Mit einer zunehmenden Zahl spezieller Zertifikate können auch Privatanleger gezielt von diesen Informationen profitieren.

DÜSSELDORF. Trotz des Richtungswechsels an den Börsen, der durch die unerwartet deutliche Leitzinssenkung der US-Notenbank eingeläutet wurde, agieren deutsche Privatanleger weiter vorsichtig. Nur langsam bauen sie Aktienpositionen auf und bleiben immer noch deutlich unterinvestiert. Richtige Kauflaune kommt weiterhin nicht auf. So das Wochenfazit der Sentimentspezialisten Sentix Anfang Oktober.

Ganz anders präsentiert sich das Investitionsverhalten so genannter Unternehmensinsider. Hierzu zählen zum Beispiel Vorstände und Aufsichtsräte deutscher Konzerne. Viele von ihnen haben die relativ niedrigen Kurse der vergangenen Wochen genutzt und bei Aktien des eigenen Unternehmens mit vollen Händen zugegriffen. So lautet das Ergebnis des wöchentlich auf handelsblatt.com veröffentlichten Insider-Barometers. Das Investment-Barometer wird exklusiv für das Handelsblatt von dem Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking berechnet.

Das Insider-Barometer ist auch in der ersten Oktoberwoche weiter gestiegen. Sowohl bei der Zahl der Transaktionen als auch bei den Volumina gab es deutlich mehr Käufe als Verkäufe. Einen höheren Wert verzeichnete es nur im März 2003. In der Folgezeit begann eine in der jüngeren Börsengeschichte einzigartige Kursrally. Diese hielt bis Mitte dieses Jahres an, bis sie durch die US-Immobilienkrise unterbrochen wurde.

Das Kaufinteresse der Unternehmensinsider hat sich in der Vergangenheit nicht nur als recht verlässlicher Indikator für die zukünftige Gesamtmarktstimmung, sondern auch speziell für die Kursentwicklung der jeweiligen Unternehmensaktien erwiesen. So hat beispielsweise das Aachener Fifam herausgefunden, dass eine gezielte Nachbildung der beobachteten Insidertransaktionen zu einer deutlichen Überrendite im Vergleich zum Dax geführt hätte.

Anlegern, denen der Kauf und Verkauf der jeweiligen Insider-Aktien zu aufwändig ist, können über entsprechende Zertifikate am Insiderwissen partizipieren.

Jüngster Spross in der Familie dieser Insider-Zertifkate ist beispielsweise das Ende September emittierte S-Box Insider Europe Indexzertifikat der Deutschen Bank (WKN: DB3CDE). Hier werden alle drei Monate aus der Grundmenge der hundert größten Aktien aus Euroland, Norwegen und der Schweiz die 15 Werte in einem Index abgebildet, bei denen es im Verhältnis zur Marktkapitalisierung die größten Insiderkäufe gab. Für die Indexanpassungen werden 1,5 Prozent jährliche Managementgebühren berechnet. Dividenden werden vollständig angerechnet. Derzeit notiert das Papier in etwa auf Ausgabekursniveau.

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