Zertifikate
Mehr Rendite durch Zertifikate-Ratings

Mehr als 300 000 Anlage- und Hebel-Zertifikate machen es schwer, die besten zu finden. Agenturen wollen jetzt mit Zertifikate-Ratings bei der Entscheidung helfen. Auch der Deutschen Derivate Verband unterstützt dies.

Torsten Iben vergibt seit einigen Monaten Schulnoten. Der Chef von FWW Rating (FWW) hat sich mit einem ehrgeizigen Projekt vorgewagt: das Rating von Zertifikaten. Das Unternehmen aus München hat sich einiges vorgenommen. Das Zertifikate-Universum umfasst mittlerweile mehr als 300 000 Papiere 60 verschiedener Zertifikatetypen mit einer fast unüberschaubaren Zahl an verschiedenen Ausstattungen.

Die gut 35 Emissionsbanken bieten Papiere zu zweitausend Basiswerten an - darunter zunehmend auch Index-Eigenentwicklungen, die sich aufgrund der jeweils einzigartigen Konzeption nur sehr schwer mit Konkurrenzprodukten vergleichen lassen. Dazu kommen täglich Dutzende neuer Turbo-Zertifikate, Mini-Futures und ähnliche Produkte mit Hebelwirkung. Iben will sich deshalb auch nicht darauf einlassen, „das hundertste Hebel- Zertifikat auf Allianz oder Deutsche Telekom zu bewerten. Wir haben im Vorfeld eine Untersuchung vorgenommen, bei der wir festgestellt haben, dass etwa 60 Prozent des Umsatzes während der Zeichnungsfrist umgesetzt werden. Wir schauen uns deshalb gezielt Neuemissionen im Bereich der Anlagezertifikate an und testen sie auf Herz und Nieren“, so Iben.

FWW jagt zu diesem Zweck die Stammdaten der ausgewählten Zertifikate durch seine Datenbanken. Vier Mitarbeiter, darunter zwei ehemalige Entwickler aus Derivatehäusern, bewerten die Ergebnisse. Heraus kommt dabei für jedes untersuchte Anlage- Zertifikat ein Rating-Report. Auf diesem stehen eine Risikostufe und eine Schulnote, die sich jeweils aus drei ausführlich kommentierten Teilbewertungen zusammensetzt: Konzept, Kosten und Kommunikation.

Sowohl mit der Schulnotenbewertung - anstelle einer Vergabe von Sternen - als auch mit der Gewichtung der drei Teilbewertungen will sich das FWW-Rating bewusst von Kennzahlen distanzieren, die aus den Ratings der Fondswelt bekannt sind. „Rein quantitative Modelle machen bei der Bewertung der Qualität von Zertifikaten keinen Sinn“, sagt Iben.

In der Tat dürfte das auch schwer fallen. Die Performance von Zertifikaten hängt nicht nur von einem oder mehreren Basiswerten ab, sondern gibt deren Performance auch verzerrt wieder. Das liegt in der Natur der Zertifikate. Chancen und Risikoprofile der Basiswerte werden durch den Einsatz von Terminmarktinstrumenten verändert - einzige Ausnahme sind Indexzertifikate, die die Kursentwicklung des Basiswertes in der Regel eins zu eins wiedergeben.

Bei fast allen Zertifikaten werden entweder Verlustrisiken begrenzt oder Gewinnchancen erhöht. So kann es bei einigen Zertifikatetypen vorkommen, dass sich deren Preise über Monate hinweg kaum bewegen, während die Kurse der Basiswerte deutlich steigen und fallen. Das hängt damit zusammen, dass die Gesamt-Performance oft erst am Ende der Laufzeit errechnet wird.

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