Zertifikate
Mit Biotech gegen die Finanzkrise

Mit milliardenschweren Übernahmen verstärken die großen Pharmakonzerne ihr Engagement im Biotechsektor. Die Branchenindizes steigen seit Monaten gegen den Trend.

DÜSSELDORF. Biotech-Werte trotzen seit Monaten erfolgreich dem Abwärtstrend an den Börsen. Während Leitindizes wie Dow Jones, Euro Stoxx und Dax im Zuge der Finanzkrise deutlich unter die Räder gekommen sind und seit Juli vergangenen Jahres rund 20 bis 25 Prozent ihres Wertes eingebüßt haben, hielten sich Biotech-Indizes ausgesprochen stabil. In den vergangenen sechs Monaten legten die Branchenbarometer teilweise sogar deutlich zu. So haben auch die Mitte Mai in den ZertifikateNews vorgestellten Indexzertifikate (Ausgabe 11, Seite 9) in der Zwischenzeit bis zu 18 Prozent zugelegt. Und die Chancen auf weiter steigende Kurse stehen nicht schlecht.

Denn Biopharmazeutika haben auf dem Pharmamarkt inzwischen einen Marktanteil von 15 Prozent, Tendenz steigend. Jedes zweite neue Medikament kommt aus den Laboren der Biotech-Unternehmen. Kein Wunder, dass Pharmariesen wie Novartis, Glaxo oder Roche ihr Biotech-Geschäft auch durch Zukäufe ganzer Unternehmen ausbauen. Und für die zahlen die finanzstarken Pillenkonzerne nun üppige Aufschläge. Gerade für kleinere Unternehmen liegen die Übernahmeprämien mittlerweile bei dem Doppelten des Kurses vor Abgabe des Gebots. Jüngster Coup: Erst Ende Juli hatte Roche für rund 44 Milliarden US-Dollar die restlichen Teile seiner amerikanischen Mehrheitsbeteiligung Genentech übernommen.

Interessante Basiswerte für Indexzertifikate stellen vor allem die großen US-Biotech-Indizes dar. Während der Nasdaq-Index über 160 Biotech-Aktien umfasst, beschränkt sich der Amex-Biotechindex auf 17 führende US-Werte. Ein weiterer Unterschied besteht in der Gewichtung der Einzelwerte: Im Amex-Index werden im Gegensatz zum kapitalisierungsgewichteten Nasdaq-Index alle Aktien quartalsweise überprüft und gleich gewichtet. Dadurch wird verhindert, dass wenige Einzelwerten mit hoher Marktkapitalisierung den Index dominieren. Da rund 80 Prozent der Umsätze im Biotech-Sektor durch US-Unternehmen generiert werden, stellt die fehlende regionale Diversifikation der Indizes keinen bedeutenden Nachteil dar.

Anleger, die dennoch in die bekannten deutschen Unternehmen investieren möchten, können auf ein Basketzertifikat der LBBW setzen (WKN: LBW9LA). Schwergewichte sind hier u.a. Qiagen, Medigene und Morphosys. Doch im Vergleich mit den US-Indexpapieren schnitt diese Variante in den vergangenen Monaten schlechter ab und verzeichnete auf Jahressicht sogar ein Minus von knapp zehn Prozent .

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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