Zertifikate
Mit starker Defensive der Finanzkrise trotzen

Dass dieses Jahr kein Boomjahr werden würde, zeichnete sich vor sechs Monaten bereits deutlich ab. Deshalb waren Anleger gut beraten, sich Anfang des Jahres die passenden Zertifikate ins Depot zu legen. Zeit für eine Zwischenbilanz und einen neuen Ausblick.

Das Jahr 2008 werden Börsianer sicher so schnell nicht vergessen. Zur Erinnerung: Der Dow Jones Index verlor 31 Prozent, der Dax verzeichnete ein Minus von 41 Prozent, und der Nikkei notierte am 31. Dezember 43 Prozent niedriger als zu Beginn des Jahres 2008. Zur Halbzeit des aktuellen Börsenjahres ist das Zwischenergebnis ebenfalls recht mau - wenn auch bis jetzt nicht so katastrophal wie im vergangenen Jahr: Dow Jones minus acht Prozent, Dax minus sieben Prozent, Nikkei minus ein Prozent. Eine Hausse sieht anders aus.

Dass 2009 kein Boomjahr werden würde, zeichnete sich vor sechs Monaten bereits ab. Deshalb waren Anleger gut beraten, sich Anfang des Jahres die passenden Zertifikate ins Depot zu legen. Handelsblatt ZertifikateNews hat im Januar deshalb eine entsprechende Auswahl von Themen und Wertpapieren vorgestellt. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Zur Halbzeit des Börsenjahres liegt die Handelsblatt Zertifikate-Auswahl im Vergleich mit den internationalen Börsenindizes klar vorne. Die Frage ist nun, wie es weitergeht?

Hoffnungen ruhen auf China

Halbzeit-Bilanz Asien/Emerging Markets: Asiens Börsen wurden im vergangenen Jahr hart getroffen. Doch es gab im Januar gute Argumente für eine Umkehr des Negativtrends. So wurden Banken und Unternehmen in Asien von den Ausläufern der Finanzkrise weniger hart getroffen. Die Banken standen vergleichsweise gut da, weil sie mit ausreichend Kapital ausgestattet waren. Und die Fremdkapitalquote der Unternehmen lag mit 20 Prozent nur halb so hoch wie in der Asienkrise vor zwölf Jahren. Solche fundamentalen Faktoren sorgten schließlich in der ersten Jahreshälfte für eine kräftige Kurs-Erholung an vielen asiatischen Börsenplätzen. Anleger, die Anfang des Jahres beispielsweise in die von Handelsblatt ZertifikateNews vorgestellten Asien-Baskets von ABN Amro investierten (WKN: AA0FLH und ABN6ZQ), können sich heute über ein Plus von rund 35 Prozent freuen.

Ausblick: "Nach einer so kräftigen Rally dürften die Märkte Asiens wohl erst mal auf der Stelle treten und eine Verschnaufpause einlegen. Da asiatische Aktien zu Beginn des Jahres noch preiswert bewertet waren, haben sie sich mittlerweile eher dem Fair Value angenähert", sagt Jan de Bruijn, Asia Equity Fund Manager bei Threadneedle. Auch Jochen Fischer von Goldman Sachs ist vorsichtig: "Nicht alle asiatischen Börsen werden in der zweiten Jahreshälfte gleich stark performen." Für Japan beispielsweise sehen die Prognosen eher verhalten aus, während vor allem China, Taiwan und Hong Kong aussichtsreiche Perspektiven bieten.

Für China sprechen unter anderem die hohen Währungsreserven, die von der chinesischen Regierung bisher geschickt eingesetzt wurden. So hat das 400 Millionen US-Dollar umfassende Konjunkturpaket dazu beigetragen, dass das Wachstum in China kaum unter die 10-Prozent-Marke gefallen ist. Für das kommende Jahr rechnet Goldman Sachs mit einem Wachstum von 10,9 Prozent. "Positiv ist vor allem, dass es China offensichtlich gelingt, den Binnenmarkt nachhaltig zu stärken", erklärt Jochen Fischer. Während beispielsweise in den USA der Inlandskonsum zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht, gehen in China erst rund 35 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den inländischen Konsum zurück. Hier schlummern noch Wachstumsreserven. Indien bietet ähnliche Perspektiven. Nachdem dort die Kongresspartei die jüngsten Wahlen im Mai überraschend mit deutlicher Mehrheit gewonnen hat, ist auf politischer Seite ein Unsicherheitsfaktor geschwunden. Die Kongresspartei regierte zuletzt in einer Minderheitenkoalition zusammen mit den Kommunisten und der indischen Linkspartei mehr schlecht als recht. Wichtige Konjunkturvorhaben lagen lange auf Eis. Dieser Knoten dürfte nun platzen.

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