Zertifikate
Rollen mit geringem Risiko

Der „schwarze“ Montag hat auch bei defensiven Rolling-Discounter Spuren hinterlassen. Der „ultrakonservative Roller“ von der Schweizer Bank UBS allerdings hat das Minus schon wieder wettgemacht. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Stetige Einnahmen bei geringen Schwankungen – das versprechen sogenannte Rolling Discounts. Doch die Turbulenzen an den Börsen haben auch bei entsprechend konservativ ausgerichteten Produkten ihre Spuren hinterlassen, von denen sich fast alle noch nicht erholt haben. Die Performance der defensiv ausgerichteten „Roller“ ist seit Jahresanfang im roten Bereich. Eine Ausnahme bildet das „ultrakonservative“ Produkt von UBS » (WKN: A0AB8D), das den Einbruch im Januar wieder wettgemacht hat.

Rolling Discounter funktionieren etwas anders als normale Discountzertifikate. Die „Normalos“ bieten einen preisgünstigeren Einstieg, weil im Gegenzug mögliche Gewinne bis zu einem Höchstbetrag (Cap) begrenzt sind. Bei diesem Zertifikate-Typ wird einmal eine Call Option auf den jeweiligen Basiswert verkauft. Diese Prämie bringt zusammen mit den Dividenden den Discount, der einen preiswerteren Einstieg gegenüber einem Direktinvestment ermöglicht. Bei Rolling Discounts wird monatlich von einem Discount-Zertifikat in das nächste auf den gleichen Basiswert umgeschichtet; der Ertrag aus dem Verkauf einzelner Optionen wird Monat für Monat zu einem Endlospapier verknüpft. Der Verkaufserlös wird dem Zertifikat gutgeschrieben. Gleichzeitig wird auch der Cap – also die bei Discountzertifikaten übliche Gewinnbegrenzung – jeden Monat neu fixiert. Bei der defensiven Variante von Rolling Discountern wird der monatliche Höchstbetrag fünf Prozent unter dem aktuellen Indexstand festgelegt. Der Basiswert kann also in den folgenden vier Wochen um mehr als fünf Prozent fallen, ohne dass die maximale Rendite gefährdet ist.

Noch defensiver ist das UBS-Produkt „Euro Deep-XL Rolling Discount“ ausgerichtet. Der Höchstbetrag wird monatlich 7,5 Prozent unterhalb des Basiwertes, dem Euro Stoxx 50, fixiert. Mit der Performance von Aktienindizes konnte das Zertifikat in den vergangenen drei Hausse-Jahren natürlich nicht mithalten. Das ist auch nicht der Anspruch. Eher sollten Anleger den „Roller“ als Alternative für ein Renteninvestment nehmen.

Denn das Derivat steht für stetige Einnahmen bei geringen Schwankungen. Nur wenige Monate in den vergangenen vier Jahren wurden mit Verlusten abgeschlossen. Seit der Erstnotiz im Januar 2004 hat der „UBS-Roller“ ein Plus von 19 Prozent erzielt. Vor allem während der Börsenturbulenzen im Januar konnte der Endlos- Discounter seine Vorteile ausspielen. Der Euro Stoxx verlor im vergangenen Monat zwischenzeitlich mehr als 15 Prozent und konnte sich davon nicht erholen. Das Zertifikat hingegen fiel im Januar nur um fünf Prozent; seit Jahresbeginn ist es aber um knapp einen Prozentpunkt gestiegen. Von den aktuellen Schwankungen an den Börsen könnte der Discounter weiterhin profitieren. Denn je höher die Volatilität, desto höher ist die maximale Rendite bis zum nächsten Rolltermin. Beispielsweise sind derzeit monatliche Erträge von 0,7 Prozent möglich, was aufs Jahr gerechnet mehr als acht Prozent entsprechen würde. In Zeiten geringerer Volatilität wie beispielsweise Mitte des vergangenen Jahres waren in manchen Monaten nur maximale Renditen von 0,2 Prozent machbar.

Gewinne sind steuerfrei, falls das Zertifikat jetzt gekauft und vor dem 1. Juli verkauft würde – abzüglich der Transaktionskosten und einem Spread von 0,3 Prozent.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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