Zertifikate
Seltene Metalle sind die neuen Börsenstars

Die Rohstoffpreise befinden sich seit einiger Zeit wieder im Aufwind. Doch nicht nur die vielbachteten Edelmetalle oder Öl ziehen wieder an, gerade seltene Rohstoffe wie Uran, Kobalt oder Indium verteuern sich zusehends. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, das befeuert die Märkte - und macht Anlegern den Einstieg über Zertifikate schmackhaft.
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Als die Finanzkrise vor rund 15 Monaten die Aktienkurse in den Abgrund riss, folgten die Rohstoffpreise zwar auf dem Fuße. Seitdem die Aktienkurse wieder steigen, legen aber auch die Rohstoffpreise wieder mächtig zu. Die Entwicklung verwundert insofern, als die alten Produktionskapazitäten aus den Zeiten vor der Finanzkrise gar nicht erreicht sind und der Rohstoffverbrauch weltweit gar nicht wieder so stark angestiegen ist.

Doch hinter der Rohstoff-Hausse verbirgt sich eine ganz besondere Investment-Story: Während in den Medien vor allem die Preisentwicklung bei Edelmetallen wie Gold und Silber heiß diskutiert werden, bahnt sich bei Industriemetallen, seltenen Metallen und sogenannten Seltenen Erden ein ernsthafter Versorgungsengpass an, der immer mehr Managern in der Hightech-Industrie Kopfzerbrechen bereitet - vor allem, weil die Entwicklung hohen politischen Charakter hat. Hintergrund: Metalle wie Titan, Kobalt, Kupfer, Indium oder Germanium sind aufgrund ihrer außerordentlichen Eigenschaften wie hohe Wärmeleitfähigkeit oder elektrische Leitfähigkeit in der Industrie nicht zu ersetzen.

Der Bedarf wächst in der Automobilindustrie und im Maschinenbau. Besonders wichtig sind einige Metalle aber vor allem für Hersteller von Solaranlagen, Elektroautos oder Halbleitern. Ausgerechnet die für diese Zukunftstechnologien wichtigen Rohstoffe drohen nun knapp und teuer zu werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut für Zukunftsstudien und Technolgiebewertung (IZT) gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft erstellt hat.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen wächst die Nachfrage auch in Asien. Denn einige asiatischen Länder, allen voran China, die lange Zeit nur Lieferant von Rohstoffen waren, haben sich längst selbst zu Hightech-Produzenten entwickelt und konkurrieren nun um die begehrten Rohstoffe. Zum anderen agiert China auf dem Weltmarkt aggressiver und bedient sich dabei zunehmend auch unfairer Methoden.

So sorgen beispielsweise gezielte Strafzölle für Ein- und Ausfuhren dafür, dass sich einheimische Produzenten im Reich der Mitte preiswerter mit Metallen wie beispielsweise Kupfer versorgen können als die weltweite Konkurrenz. Gleichzeitig weitet die Regierung über ihre staatlich gelenkten Unternehmen den direkten Zugriff Chinas auf ausländische Vorkommen aus und sorgt so international für eine künstliche Verknappung.

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