Zertifikate-Strategie
Linde liegt auf Erfolgskurs

Mit der Übernahme der britischen BOC steigt der Wiesbadener Linde-Konzern zum Weltmarktführer bei Industriegasen auf. Analysten bewerten die Aktie des Wiesbadener Spezialisten für Industriegase mehrheitlich positiv.

HB DÜSSELDORF. In nur drei Jahren hat Konzernchef Wolfgang Reitzle den ehemaligen Mischkonzern zu einem schlagkräftigen Spezialisten umgebaut. Es entsteht der weltweite Marktführer im Bereich Industriegase mit einem Gesamtumsatz aller Sparten von knapp zwölf Mrd. Euro.

Bisher lag der französische Konzern Air Liquide an der Spitze. BOC rangierte auf Rang drei, Linde folgte auf dem fünften Platz. Reitzle erwartet durch die Fusion jährliche Synergieeffekte von rund 250 Mill. Euro, die erstmalig im Jahr 2009 in vollem Umfang erzielt werden sollen. Das neue Unternehmen, das den Namen Linde und seinen Sitz in Wiesbaden behalten wird, werde in rund 70 Ländern vertreten sein.

Als das Linde-Management Anfang März offiziell die Übernahme des britischen Konkurrenten BOC ankündigte, machte die Aktie des Wiesbadener Industriegase- Herstellers umgehend einen Sprung: Sie stieg um satte 7,5 Prozent auf 70,45 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit acht Jahren. Allein in den vergangenen drei jahren hat sich der Kurs der Linde-Aktie mehr als verdreifacht.

Für Analysten ist das nicht überraschend. Denn der Bedarf an Industriegasen wie Stickstoff, Sauerstoff oder Nitrogen, die Linde herstellt, wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Mit der Transaktion sichert sich das Wiesbadener Unternehmen in diesem Bereich die Marktführung.

„BOC und Linde ergänzen sich regional und hinsichtlich ihrer Produkte sehr gut“, sagt Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland Pfalz. Während Linde in Kontinentaleuropa über eine starke Marktposition verfügt, ist die britische BOC sehr gut in Asien, Amerika und Großbritannien vertreten. Mit ihrer positiven Einschätzung sind die Analysten nicht alleine.

Auch die Commerzbank, mit zehn Prozent an Linde beteiligt, teilte mit, sie werde ihre Anteile an dem Unternehmen vorerst nicht verkaufen. Beobachter zweifeln allerdings, ob die Bank langfristig ihr Paket behalten wird, denn die Industriebeteiligung gehört nicht zu ihrem Kerngeschäft. Eine Verschlechterung des Kurses erwarten sie deswegen aber nicht. „Die Aktien würden schnell einen neuen Käufer finden. Der Kurs würde dadurch noch weiter steigen“, sagt Analystin Stegemann.

Seite 1:

Linde liegt auf Erfolgskurs

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%