Zertifikate
Wasseranlagen kommen in Mode

Vor kurzem galt das Anlagethema Wasser noch als Geheimtipp. Jetzt erkennen immer mehr Investoren, dass das beschleunigte Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum den Wasserkonsum weiter nach oben treiben wird. Und so erstaunt es nicht, dass Wasser-Fonds- und Zertifikate wie Pilze aus dem Boden schießen. Doch eine gezielte Nutzung der Anlagechancen wird häufig erschwert.

FRANKFURT. Die Wasser-Fonds von Pictet und SAM bestimmten das Bild, und Wasser-Investments wurden aufgrund der dominanten Rolle der öffentlichen Hand als schwierig eingestuft. Inzwischen hat sich die Einschätzung der Asset-Manager jedoch deutlich geändert. Immer mehr Investoren erkennen, dass das beschleunigte Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum den Wasserkonsum weiter nach oben treiben wird. Gleichzeitig verhindern Umweltverschmutzung und die marode Wasserinfrastruktur, dass das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten kann. Impulse erhält die Branche zusätzlich durch Privatisierungen. „Noch sind die Wasserversorger zwar überwiegend in öffentlicher Hand, doch wird sich der Trend zur Privatisierung weiter fortsetzen“, prognostiziert Pictet-Wasserexperte Hans Peter Portner.

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So erstaunt es nicht, dass Wasser-Fonds- und Zertifikate wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Die Commerzbank-Tochter Cominvest hat kürzlich einen Wasser-Garantiefonds aufgelegt, und DWS sowie Deka decken das Thema mit ihren Zukunftsthemenfonds ab. Parallel dazu haben beispielsweise ABN, Merrill Lynch, Société Générale und UBS ein halbes Dutzend Wasser-Zertifikate emittiert. Gab es vor kurzem international nur zwei spezialisierte Wasser-Hedge-Fonds, ist die Zahl derer, die sich auf das blaue Gold konzentrieren, inzwischen auf rund zehn angewachsen. Erste Wasser-Dachfonds sind seit einiger Zeit aktiv.

Trotz der Attraktivität haben Asset-Manager jedoch nach wie vor mit einigen Besonderheiten des Wassermarkts zu kämpfen, die eine gezielte Nutzung der Anlagechancen erschweren. „Ein Kritikpunkt ist, dass die meisten Investmentprodukte einen starken Überhang großkapitalisierter Aktien – wie Veolia, Aqua America und Suez – aufweisen“, sagt Thomas Meyer von der belgischen KBC. Für den KBC Eco Water Fund sucht das Fondsmanagement daher gezielt nach Chancen im Small- und Midcap-Segment. Zudem zählten Industriekonglomerate meist zu den größten Positionen der Portfolios. Diese verfügten zwar über Wasserumsätze, die absolut gesehen hoch, gemessen am Gesamtumsatz des Unternehmens aber zum Teil verschwindend gering sind.

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„Außerdem setzen praktisch alle Fonds und Zertifikate durch Long-only-Positionen undifferenziert auf weiterhin steigende Notierungen“, ergänzt Martin Klöck von Signina Capital. Mit Blick auf das Marktumfeld, in dem selbst unspektakuläre Versorger mit geringen Margen und Wachstumsraten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 30 erreicht haben, sei dies in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Klöck geht daher in seinem Fonds sowohl Long- als auch Short-Positionen ein, wobei er speziell im asiatischen Markt besondere Kurschancen sieht und entsprechende Schwerpunkte setzt. Dies erlaube es, den sich rasch ändernden Marktgegebenheiten Rechnung zu tragen und sowohl von Übernehmen als auch von offensichtlichen Überbewertungen zu profitieren. Zudem weise das Signina-Wasser-Portfolio derzeit einen signifikanten Anteil an Anlagen in Technologieunternehmen in Asien auf. Diese Unternehmen profitierten in besonderem Maß von den Anstrengungen der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften, insbesondere auch ihre Wasserinfrastruktur zu verbessern.

Bestätigt wird der Trend zu einer differenzierteren Anlagestrategie dadurch, dass in letzter Zeit vor allem Commodity-Manager das kühle Nass als Spezialthema für sich entdeckt haben. Hedge-Fonds können Anlagechancen in einem solch fragmentierten Markt besser nutzen, da ihnen die ganze Bandbreite von gelisteten Aktien über Private Equity bis hin zu Commodities offen steht. Dazu kommt, dass diese Fonds kaum Restriktionen hinsichtlich der Anlagestrategien und -instrumente zu beachten haben.

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