Zertifikate
Wechsel-Geld fürs Depot

Anleger können sich vor Währungsschwankungen nicht nur schützen, sondern mit den richtigen Anlageprodukten auch offensiv agieren und davon profitieren.

DÜSSELDORF. Die Ausläufer der US-Immobilienkrise ziehen immer weitere Kreise. Schätzungsweise 1,2 Billionen US-Dollar an verbrieften Krediten, die vielleicht niemals zurückgezahlt werden können, liegen derzeit wie Tretminen in den Depots institutioneller und privater Investoren. Nicht nur die Aktienkurse leiden unter der Verunsicherung an den Märkten. Auch das Vertrauen der Anleger in die Sicherheit von Anleihen und die Hoffnung vieler Investoren auf immer weiter steigende Rohstoffpreise schwindet. Denn niemand kann derzeit einschätzen, was passiert, wenn der Konjunkturmotor USA plötzlich ausfällt.

Anleger, die nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten suchen, bietet in dieser Situation der Handel mit Devisen reichliche Perspektiven. Devisen sind kein Außenseiterthema. Im Gegenteil: Der Währungsmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Das tägliche weltweite Handelsvolumen liegt nach Berechnungen der UBS Investment Bank zwischen 1,5 und 2 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Bei Aktien sind es nicht einmal 100 Milliarden. Rund um die Uhr sorgen die gigantischen Geldströme dafür, dass keine Währung weltweit in ihrem Wert auch nur einen Augenblick zur Ruhe kommt. Während jedoch in den vergangenen Jahrzehnten ausschließlich internationale Fondsmanager und Devisenspekulanten dieses Spiel bestimmten, sind die Finanzinstrumente dafür heute zunehmend auch privaten Investoren zugänglich.

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„Der Handel mit Währungen ist auch ein Handel mit Zinsen“, erklärt Michael Dreiner von Goldman Sachs. „In manchen Fällen fließt das Kapital von Ländern mit niedrigem Zins zu Ländern mit höherem Zinsniveau und gleichzeitig möglichst hoher Bonität“. Das funktioniert dann so: In Ländern mit niedrigen Zinsen werden Kredite aufgenommen. Das geliehene Kapital wird dann in Ländern mit höherem Zinsniveau investiert, vornehmlich mit möglichst geringem Risiko in fest verzinsliche Anleihen, zum Teil aber auch in den dortigen Aktienmarkt.

Finanzexperten nennen diese Art, Geld zu verdienen, „Carry Trades“: Das Geld wird dorthin getragen, wo es mehr Rendite bringt. Ein klassisches Beispiel für ein solches Szenario ist Japan mit seinen niedrigen Zinsen und die USA mit vergleichsweise hohen Zinssätzen. Anleger leihen sich schon seit Jahren preiswert Yen und investieren das Geld in US-Anleihen. Im Fall Japan/USA profitieren die Anleger seit mehr als zwei Jahren sogar zusätzlich davon, dass der Yen – von kleinen zwischenzeitlichen Kurserholungen abgesehen – gegenüber dem Dollar stetig abgewertet wird.

Carry Trades funktionieren natürlich nicht ewig. „Mittel- bis langfristig gleicht sich ein Zinsvorsprung durch Veränderungen des entsprechenden Wechselkurses aus – zumindest in der Finanztheorie“, sagt Marcel Langer von UBS. „Der Markt bereinigt Zins- und Währungs- Ungleichgewichte“, so Langer. Risikofreies Geldverdienen sei also selten möglich. Doch der Markt ist ständig in Bewegung und bietet auch deutschen Anlegern immer wieder aussichtsreiche Möglichkeiten – zum Beispiel in Form von Zinszertifikaten in ausländischen Währungen.

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