Zertifikate
Wette auf die Commerzbank

Die Commerzbank will mit einer Kapitalerhöhung die Staatshilfe zurückzahlen. Die Aktie stürzt ab. Für mutige Anleger ist das eine gute Gelegenheit - wenn die Aktie nicht zum Pennystock verkommt.
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DüsseldorfDie Commerzbank plant eine milliardenschweren Kapitalerhöhung. Mit dem Geld will sie die Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) über rund 1,6 Milliarden Euro sowie der Allianz über 750 Millionen Euro vorzeitig zurückzuzahlen. Die Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro soll von der Hauptversammlung der Commerzbank am 19. April beschlossen werden. Die Anleger reagierten schockiert: Die Aktie fiel innerhalb von zwei Tagen in der Spitze um 15 Prozent – von knapp 1,49 auf 1,21 Euro. Nach Informationen aus Finanzkreisen rechnet die Commerzbank damit, dass sie die neuen Aktien nur zu einem Kurs von 69 Cent platzieren kann.

Die stark fallenden Aktienkurse bieten gute Konditionen bei Discount- und Bonuszertifikaten. Mit einem Discountzertifikat zahlen Anleger weniger, als wenn sie den Basiswert kaufen würden. Dafür sind die Renditemöglichkeiten beschränkt, denn sie verzichten auf Dividenden und mögliche Kursgewinne über die vorgegebene Höchstgrenze hinaus.

Wie viel Rabatt ein Discount-Zertifikat bietet, hängt von der Volatilität (Schwankungsbreite) des Basiswertes ab. Und hier gilt eine einfache Faustregel: Je stärker der Basiswert schwankt, desto mehr Rendite lässt sich mit Discount-Zertifikaten erzielen.

Aktuell bietet ein Discounter der Hypo-Vereinsbank (WKN: HV7PXX) eine Rendite von mehr als zwölf Prozent. Der Cap liegt bei 1,10 Euro, die Laufzeit endet am 27. Dezember 2013. Anleger erzielen erst  Verluste, wenn der Kurs der Commerzbank zum Laufzeitende unter den aktuellen Kurs des Discounters von 1,02 Euro. Das bisherige Allzeittief der Bankaktie liegt bei 1,11 Euro.

Für vorsichtigere Investoren ist der Discounter der DZ Bank (WKN: DZC1ET) geeignet: Die Aktie kann zum Laufzeitende September 2013 auf einen Euro fallen, ohne dass Verluste entstehen. Die maximale Rendite beträgt mehr als sieben Prozent. Die wird erreicht, wenn die Commerzbank-Aktie zum Ende der Laufzeit mindestens 1,05 Euro wert ist.

Kommentare zu " Zertifikate: Wette auf die Commerzbank"

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  • ja "wir brauchen eine bank, die es weiterso macht!... Commerzbank, die Bank an Ihrer Pleite"
    Originalwerbung, leicht revidiert

  • Angebot und Nachfrage regulieren den Preis.
    An der Börse wird durch gezielte Meinungen der Preis spekulativ beeinflusst.

    Unternehmen bieten ein stabiles Fundament mit permanentem Umsatz und dennoch fallen und steigen diese Aktien, getrieben von Spekulation in alle Richtungen. Genau diese wilde Zockerei führt dazu, dass seriöse Großinvestoren nicht mehr in das Unternehmen investieren wollen.

    Aufgrund dieser Manipulation von Aktien sind Hochfrequenzhandel und Leerverkäufe abzuschaffen. Nachdem der Kurs von Italiens größter Privatkundenbank Intesa Sanpaolo zeitweilig eingebrochen ist, reagiert die Börsenaufsicht. Leerverkäufe werden für zwei Tage verboten.

    Damit ist geklärt, dass Leerverkäufe höchst schädlich sein können. Mir ist klar, dass Sie die Leerverkäufe haben wollen, ich nicht!

    Um Grundlagen für eine Gesetzgebung zu schaffen werden Hochfrequenzhandel und Leerverkäufe genauer unter die Lupe genommen. Bis dahin können sie mit Ihren Leerverkäufen die Aktienwelt noch etwas imponieren.

  • @Henry: "Was haben die Leerverkäufe mit dem Realwert der Aktien notierten Unternehmen zu tun?"

    Bei jeder Börsentransaktion gibt es einen Tausch. Daher gibt es aus Sicht des Gesamtangebots keinen Verkauf oder Kauf. Es gibt immer nur einen Tausch. Wenn ein Leerverkäufer Aktien verkauft, muss es also jemanden geben der die Aktien kauft.

    Wenn man sich die Interessen der Beteiligten anguckt, dann haben Käufer ein Interesse an niedrigen Kursen. Leerverkäufer dagegen ein Interesse an hohen Kursen. Nicht umgekehrt. Zumindest ich plaziere jedenfalls meine Short-Order _über_ dem aktuellen Kurs, denn nur dann kann ich Gewinn machen. Im Zweifel sind es daher die Leerverkäufer, die die Preise hochtreiben.

    Das Interessante ist, wann Leerverkäufer und wann Käufer auftreten. Nur Börsenferne und Anfänger würden Leerverkaufen, wenn ein Kurs stark gefallen ist. Da man beim Leerverkauf ein hohes Risiko eingeht (Aktien können unbegrenzt steigen, aber nicht unbegrenzt fallen), muss man möglichst am lokalen Hochpunkt leer verkaufen. Und damit erfüllen dann Leerverkäufe eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion: Sie zeigen Preisübertreibungen an.

    Leerverkäufe üben eine zweite wichtige Funktion aus: Sie müssen Gewinne realisieren und dazu irgendwann ihre Positionen schließen. Dabei ziehen sie dann Käufer an.

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