Zertifikate
Wie Investoren Kursgewinne absichern

Aktienanalysten zweifeln an der Nachhaltigkeit jüngster Kursgewinne, sie rechnen mit einer bevorstehenden Korrektur der Aktienmärkte. Möglichen Kursverlusten ihres Aktiendepots können private Anleger mit Shortzertifikaten und Short-ETFs vorbeugen. Allerdings hat die Absicherung ihren Preis.
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FRANKFURT. Die wichtigsten Börsenindizes weltweit notieren nahe ihrer Jahreshochs und Aktienanalysten warnen bereits vor einer Kurskorrektur. "Wir rechnen in den kommenden drei Monaten mit einer kurzfristigen Korrektur der Aktienmärkte um zehn bis 15 Prozent", sagt Edmund Shing, Aktienstratege bei der BNP Paribas. Der Experte von Thomson-Reuters, Amitesh Kumar, sagt starke Unsicherheiten an den Aktienmärkten voraus und zweifelt an der Nachhaltigkeit der neuerlichen Kursgewinne.

Profi-Investoren setzen daher auf Put-Optionen mit begrenzter Laufzeit. Private Anleger können dagegen - ohne Positionen verkaufen zu müssen - ihr Aktiendepot mit Shortzertifikaten und Short-ETF gegen mögliche Kursverluste absichern. Inverse Indexfonds (ETF) und die Zertifikate auf den Short-Dax gewinnen, wenn die Kurse fallen. Sie spiegeln die negative Wertentwicklung der Aktienindizes wieder und eignen sich zur zwischenzeitlichen Absicherung des Aktienbestandes. Sie dienen aber nicht zur reinen Spekulation.

Die Landesbank Berlin, die Royal Bank of Scotland und HSBC Trinkaus nennen ihre Short-Produkte Bär-Zertifikate. Bei der Societe Generale heißen sie Reverse-Index und bei der Commerzbank einfach nur "Short". Für alle Zertifikate gilt: Sie bergen ein Ausfallrisiko, wenn die ausgebende Bank pleite geht. Short-ETF dagegen zählen zum Sondervermögen einer Bank, das auch bei einer Insolvenz erhalten bleibt.

Die Societe Generale empfiehlt ihren Kunden aktuell Reverse-Bonuszertifikate auf den Dax. Die strukturierten Papiere bieten ihnen neben der Partizipation am künftigen Wertverlust des Dax eine Bonuszahlung. Wenn der Dax unter einer vorher festgelegten Schwelle bleibt, erhalten sie am Laufzeitende bis zu 15 Prozent Rendite. Für die Produkte müssen die Investoren jedoch ein hohes Aufgeld zahlen, sagt Markus Jakubowski, der Zertifikateexperte der französischen Bank. Mit diesem Preisaufschlag finanziert die Emittentin die Bonuszahlung am Laufzeitende der Papiere. Er verschlechtert aber auch das Verhältnis von Rendite und Risiko. So müssen Investoren für die neuen Produkte von der Societe Generale zwischen 23 und 35 Euro Aufgeld zahlen. Damit gehen bis zu 28 Prozent des gesamten Zertifikatepreises für die Bonusstruktur drauf.

Als kurzfristige Shortwette auf Einzelaktien bieten die Emittenten auch so genannte Mini-Futures-Zertifikate an. Die Papiere geben die negative Kursentwicklung mit einem eingebauten Hebel wieder. "Diese Instrumente sind jedoch sehr spekulativ und die Anleger müssen regelmäßig einen Zeitwertverlust bezahlen", warnen die Zertifikateexperten von Goldman Sachs. Dieser Verlust steigt immer dann, wenn sich die zugrunde liegende Aktie zwischenzeitlich eben nicht in die gewünschte Richtung bewegt.

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