Zins-Produkte

Anleger fliehen nach Skandinavien

Die Bindung des Franken an den Euro hat an den Börsen zu einem Ansturm auf skandinavische Währungen geführt. Wer solide Gewinne einfahren will, fährt auch mit dem kanadischen Dollar gut - zumindest momentan.
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Die Bindung des Franken an den Euro treibt Anleger zum kanadischen Dollar und zu skandinavischen Währungen. Quelle: dpa

Die Bindung des Franken an den Euro treibt Anleger zum kanadischen Dollar und zu skandinavischen Währungen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie europäische Gemeinschaftswährung erlebt derzeit ihre bisher schwerste Bewährungsprobe. Immer neue Schreckensmeldungen aus den Finanzministerien einzelner Mitgliedstaaten haben in den vergangenen Monaten die Gemeinschaftswährung Euro immer wieder unter Druck gesetzt. Internationale Investoren haben aus Angst vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise ihr Kapital aus dem Euro abgezogen und investierten nun in vermeintlich sicherere Währungen – beispielsweise den Schweizer Franken.

Die Folge: Der Wert des Frankens stieg fast bis auf Parität zum Euro – mit unangenehmen Folgen für die eidgenössische Wirtschaft. Der Export und die Einnahmen aus dem Tourismus gingen zurück. „Made in Swiss“ war einfach zu teuer geworden.

Vor zwei Wochen schließlich hat die Schweizer Nationalbank die Reißleine gezogen und für den Franken ein Mindestkursziel von 1,20 Franken pro Euro festgesetzt. Obwohl diese Maßnahme in den Wochen zuvor mehrfach diskutiert worden war, hat der politische Eingriff zahlreiche Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Der Euro sprang innerhalb von Sekunden von 1,10 auf 1,20 Schweizer Franken. Die Notenbank ist entschlossen, dieses Kursniveau zu halten.

Diese Währung als Fluchtziel aus dem Euro fällt somit erst einmal aus – oder ist nur noch abgebrühten Zockern zu empfehlen, die darauf setzen, dass die eidgenössische Notenbank den Kampf gegen Franken-Spekulanten verliert. Privatanleger, die davon ausgehen, dass der Euro auch weiterhin Schwäche gegenüber anderen Währungen zeigen wird, können ihr Geld in schwedische oder norwegische Kronen anlegen. Die beiden skandinavischen Währungen haben in den zurückliegenden zwölf Monaten gegenüber dem Euro Stärke bewiesen.

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11 Kommentare zu "Zins-Produkte: Anleger fliehen nach Skandinavien"

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  • Danke für die Information. Das es so schlimm um die Schweiz aussieht, war mir ehrlich gesagt nicht klar.

    Ich werde gleich ab Morgen anfangen den CHF massiv zu Shorten !!!

  • @CH-Gast
    Das würde ja bedeuten, wenn ich Schweizer Franken kaufe, dann beschleunige ich den Zerfall des EURO?

    Danke für Deinen Tipp jetzt steige ich wieder in den CHF! Bye bye du EURO-Fehlkonstruktion mit deiner korrupten EZB ohne jegliche Geldwertstabilität!

    Der EURO soll verrecken!

  • Ach so, hätte ich fast vergessen. Noch etwas zum Artikel: Investments in Norwegen, Schweden oder Kanada verlängern nur den Tod. Selbst Norwegen wird sich der Entwicklung hin zum "Großen Knall" nicht entziehen können. Vielleicht ist der Verlust nur geringer. Kanada und Schweden sind auf jeden Fall Gift. Kanada wegen seiner völligen Abhängigkeit vom großen Nachbarn, Schweden wegen seiner Immobilienblase mit folgender Bankenproblematik. Wer sich ernsthaft dafür interessiert, sollte auf meinem Blog vorbeischauen. Thema: Das Triple-A-Märchen. Nur so eine Idee ...

  • An Alle:
    Bitte, informiert Euch gründlich: Die Blanko-Garantieerklärung der Schweizer Regierung stellt jeden Schweizer mit 4,5 Mio. CHF ins Obligo. Ohne jede Volksabstimmung. Hier geht es um unfassbare Summen aus dem Derivate-Ponzi-Spiel von mindestens 700 Billionen USD (BIZ-Zahl), an dem UBS/CS überproportional beteiligt sind. Natürlich gut versteckt über Schattenbanken und den ganzen anderen Mist. Die Schweiz ist ein einziger Hedge Fonds. Aber keine Sorgen ihr Schweizer, der Rest der Welt wird Euch schon retten, schliesslich sind Eure Großbanken bestens vernetzt im globalen Casino. Alleine die Verbindlichkeiten nur der UBS aus dem "normalen" Bankgeschäft entsprechen dem 4-fachen der Jahreswirtschaftsleistung der Schweiz. EK-Quote der UBS lt. Wegelin schon 2007 nur 1,9%. Das sind doch mal Zahlen! Bei der CS sieht es keinen Deut besser aus. Dagegen wären die Belastungen aus einer vernünftigen Euro-Rettung für jeden betroffenen Europäer geradezu mickrig. Von der Stärkung des Euro als endgültiger Weltreservewährung ganz abgesehen. Die Chinesen würden dann mit Freude EWU-Anleihen kaufen und USD-Anleihen wenigstens reduzieren, oder dafür in "God's-own-country" investieren. Stichwort: Sonderwirtschaftszone. Bevor sich jetzt wieder alle aufregen, Deutsche und Schweizer: Warten wir doch einfach gemeinsam ab, wie die Dinge sich entwickeln. Falls ich Unrecht habe, werde ich dann auf meinem Blog Abbitte leisten. Bis dahin werde ich hier und dort weiter versuchen, mit Fakten zu unterhalten.

  • Bei der schwedischen Krone würde ich aber sehr aufpassen: Diese ist in den letzten Wochen schon deutlich gesunken. Und eigentlich sollte noch in Erinnerung sein, dass die Krone bei der Finanzkrise 2008 um 25% abgewertet hat (von 9,3 SEK/EUR auf 11,5). Und erst jetzt ist das Niveau von 2007 wieder erreicht: 9,33. Wenn's wieder kracht, wird die schwedische Krone vermutlich wieder eher zum Euro sinken als steigen. Dazu ist die schwed. Exportlobby auch zu mächtig, dass es nicht so käme.

  • Mir egal ! Ich lebe in Südostasien. Unser Zinsknecht heißt Citigroup !!!

    Schöne Grüße aus Singapore :-)

  • Als Schweizer würde ich die Klappe mal nicht so groß aufreißen. Denn wenn bei euch die UBS und die CS hopps gehen, haftet jeder Eidgenosse mit mind. CHF 21.000,00, pro Institut versteht sich !!!

  • Leider falsch informiert, die Exposure aller CH-Banken in PIIGS Anleihen ist nur 1,9 Mia USD. Unsere Banken überleben es locker.

  • Als Deutscher würde ich würde ich die Klappe mal nicht so groß aufreißen. Denn wenn bei euch Griechenland hopps geht, haftet jeder Deutsche mit EUR 21.000,00 !!!
    So, welches Szenario ist nun absehbarer?

  • Als Schweizer würde ich die Klappe mal nicht so groß aufreißen. Denn wenn bei euch die UBS und die CS hopps gehen, haftet jeder Eidgenosse mit CHF 21.000,00 !!!

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