Aktienanleihen
Geld oder Aktien

Aktienanleihen feiern in Deutschland ein Comeback. Der Grund: Mit der Einführung der Abgeltungsteuer entfällt die jahrelange steuerliche Benachteiligung der Papiere. Anlegern bieten Aktienanleihen feste Kupons auch in unbewegten Börsenzeiten. Der Haken an der Sache: Läuft es an der Börse schlecht, handelt man sich langfristig ein Aktienrisiko ein.
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Aktienanleihen gehören zu den Klassikern am Zertifikatemarkt. Während des Booms der vergangenen Jahre gerieten sie allerdings fast in Vergessenheit, da sie einen entscheidenden Nachteil hatten: Anders als die meisten anderen Zertifikate mussten Anleger auf Gewinne aus Aktienanleihen den vollen individuellen Einkommensteuersatz zahlen, da die Erträge nicht als Kursgewinne, sondern als Zinsen interpretiert wurden. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009 ist dieser Nachteil allerdings weggefallen, weshalb Bankexperten ein Comeback der Aktienanleihe erwarten.

Die steuerliche Benachteiligung wog in den vergangenen Jahren besonders schwer, da Aktienanleihen im Prinzip das gleiche Risikoprofil aufweisen wie Discountzertifikate. Auch bei Aktienanleihen können Anleger bei stagnierenden oder nur leicht aufwärts oder abwärts tendierenden Märkten höhere Gewinne erzielen als mit dem Basiswert. Gleichzeitig sind die Gewinnchancen nach oben gedeckelt.

Die Funktionsweise von Aktienanleihen ist allerdings wesentlich einfacher. Die Papiere beziehen sich in der Regel auf Aktien oder Indizes (dann werden sie als "Indexanleihen" bezeichnet). Bei Emission jeder Anleihe wird ein Basispreis festgelegt. Liegt der Kurs des Basiswertes am Ende der Laufzeit auf oder oberhalb dieses Basispreises, erhalten Anleger ihr eingesetztes Kapital zurück. Außerdem zahlt der Emittent einen vorab festgelegten Kupon. Durch diesen Kupon ist sichergestellt, dass sich Anleger bei geringen Kursschwankungen des Basiswertes besser stellen als mit einer Direktanlage in eine Aktie oder einen Index.

Anders sieht es aus, wenn der Basiswert am Ende der Laufzeit unter dem Zielkurs notiert. In diesem Fall zahlt der Emittent dem Anleger bei Papieren auf Einzelaktien entweder den aktuellen Gegenwert der Anleihen in bar oder er bucht ihm ein Paket der zugrunde liegenden Aktie im gleichen Wert ins Depot. Bei Aktienanleihen auf Indizes erfolgt hingegen immer ein Barausgleich.

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