Anlageprodukte
Wenn die Banken das Geld erst spät rausrücken

Läuft ein Anlageprodukt aus, wollen Investoren schnell an ihr Geld kommen. Schließlich können sie es erst neu anlegen oder ausgeben, wenn sie es auf dem Konto haben. Die Banken haben es dagegen gar nicht eilig.
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DüsseldorfSchon Tage, bevor die Aktienanleihe fällig wird, sucht der Anleger nach einem neuen Papier. Schließlich soll das freiwerdende Geld möglichst schnell wieder gewinnbringend angelegt werden. Denn es sieht ganz so aus, also ob die Spekulation mit der Aktienanleihe mit Basiswert Porsche erfolgreich sein wird. Die Aktie notiert mehr als zehn Prozent über der Barriere, die darüber entscheiden wird, ob es Geld oder Aktien gibt. Und wirklich, die Wette geht auf,  doch auf dem Konto landet erst Mal: nichts.  Erst eine Woche nach dem Bewertungstag wird das Geld auf dem Konto des Anlegers gut geschrieben.

Keine Seltenheit, und völlig rechtens. Der Blick ins Kleingedruckte hätte dem Anleger verraten, wie lange er auf sein Geld warten muss. Dort steht ganz klar, dass fünf Bankarbeitstage vergehen werden. Trotzdem ärgert er sich. Denn wie schnell Emittenten das Kapital wieder zurücküberweisen, ist ausschlaggebend dafür, wann der Anleger sein Geld neu investieren kann. Daher gilt: Je eher, desto besser.

Zertifikate-Anleger brauchen aber ein bisschen Geduld. Zwischen drei und fünf Bankarbeitstagen dauert es üblicherweise, bis das Geld wieder auf dem Konto ist. Liegt in diesem Zeitraum ein Wochenende, dauert es wie im beschriebenen Fall eben eine Woche. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Sogar bei einem Anbieter kann die Rückzahlung  je nach Zertifikatetyp unterschiedlich lange dauern.

Beispiel Citigroup: „In der Regel erhalten Anleger die Gutschrift drei Bankarbeitstage nach dem Bewertungstag“, sagt Derivate-Experte Dirk Heß. „Bei wenigen strukturierten Produkten kann der Rückzahlungsprozess auch etwas länger dauern.“ Auch bei der Royal Bank of Scotland (RBS) gibt es unterschiedliche Zeiträumen. Bei Bonus- und Discountzertifikaten, Aktienanleihen und Optionsscheinen hat der Anleger sein Geld nach drei Tagen auf dem Konto. „Bei Knock-Out-Produkten und Open End Indexzertifikaten bekommt er das Geld erst fünf Tage später“, sagt RBS-Experte Kemal Bagci. „Das liegt daran, dass es bei diesen Produkten keine Fälligkeit gibt. Sie können lediglich ausgeknockt oder gekündigt werden.“

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