Anlagestrategie
(K)eine sichere Bank

Bankaktien sind nichts für schwache Nerven. Die immer wieder eskalierende Schuldenkrise und die geplante schärfere Regulierung sorgen immer wieder für kräftige Kursausschläge. Wie Anleger profitieren können.
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BonnAktien von Banken waren zuletzt die großen Verlierer an den Börsen. Während der Dax in den vergangenen Wochen sogar zu einer kleinen Rally angesetzt hat, kamen die Dividendenpapiere aus der Finanzindustrie teilweise regelrecht unter die Räder. Der jüngsten Nackenschläge: das erneute Bangen um Griechenlands Schuldenschnitt und die Drohung der Ratingagentur Fitch, eine ganze Reihe von europäischen Großbanken herabzustufen.
Die Begründung dafür: Das Geschäftsmodell der betroffenen Institute sei den Turbulenzen an den Finanzmärkten besonders stark ausgesetzt. Zudem würden die Banken durch die geplante schärfere Regulierung des Finanzsektors empfindlich getroffen.

Diese Fakten sind zwar schon lange bekannt, doch die Ankündigung der Ratingagentur, jetzt auch Konsequenzen in der Bewertung der Banken zu ziehen, kam offensichtlich für einige Marktteilnehmer überraschend. Kaum war die Meldung draußen, verloren beispielsweise Aktien der Commerzbank und der französischen Großbank Société Générale zeitweise mehr als fünf Prozent, Papiere der Deutschen Bank lagen nach Bekanntgabe der Meldung zwischenzeitlich mit fast vier Prozent im Minus. Und auch die jüngsten Querelen um die Griechenland-Rettung schickten die Papiere erneut auf Talfahrt.

Ein weiterer Absturz?

Die Frage ist, ob Bank-Aktien weiterhin an Wert verlieren werden – oder ob die Politik ein weiteres Mal nach dem Jahr 2008 den Kreditinstituten zu Hilfe eilt. Das Problem: Niemand weiß genau, welche Leichen sich noch in den Bankenkellern verbergen. Die bekannten Zahlen sind beängstigend genug. So hat die Société Générale derzeit griechische und italienische Staatsanleihen im Wert von rund drei Milliarden Euro in den Büchern. Deshalb hat die Ratingagentur Moody´s die Kreditwürdigkeit der französischen Bank Mitte September auf Aa3 heruntergestuft.

Allerdings sind Analysten nicht so negativ gegenüber französischen Großbanken gestimmt. Zwar dürfte nach einer Studie der Deutschen Bank zu französischen Kredithäusern die Branche unter einem verschärften Wettbewerb bei Finanzierung und Schuldenabbau leiden. Auch die Gewinnschätzungen für die Société Générale wurden gekürzt. Aber die Aktie wurde noch mit „neutral“ eingestuft, das Kursziel von 33 lediglich auf 26 Euro gesenkt.

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