Anlagestrategie
Wie sich Anleger vor der Inflation schützen

Inflation ist für viele Investoren ein Thema. Anleger, die sich vor der schleichenden Geldentwertung schützen wollen, sollten Anlagepapiere mit dem passenden Basiswert wählen – und vor allem auf die Konditionen achten.
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DüsseldorfDie Inflation ist da. Und zwar nicht nur als  Gespenst oder gefühlt, sondern in Zahlen ablesbar. Zwar sank die offizielle Inflationsrate in Deutschland im Mai laut Statistischem Bundesamt leicht von 2,4 auf 2,3 Prozent. Die Wunschmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt aber nur bei 2,0 Prozent. Jede Preissteigerung darüber soll bekämpft werden. Die Konsequenz: Die Leitzinsen werden nun schrittweise erhöht. Die EZB hat Anfang April mit einer Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf aktuell 1,25 Prozent den Anfang gemacht. „Weitere Zinsschritte werden folgen. Darauf deuten auch die sogenannten Zins-Forward-Kurven hin, die die Erwartung der Marktteilnehmer zur künftigen Zinsentwicklung beschreiben“, sagt Dominik Auricht, Experte für Wertpapier-Anlagelösungen der Hypo-Vereinsbank Onemarkets.

So ist es kein Wunder, dass Anleger angesichts steigender Zinsen und steigender Verbraucherpreise auch vermehrt Wertpapiere suchen, die einen möglichen weiteren Preisauftrieb mitmachen und steigende Renditen bieten. Die Zertifikate-Branche kommt ihnen hier entgegen. Es gibt derzeit eine ganze Reihe von Neuemissionen, die unter dem Begriff „Inflationsschutz“ angeboten werden. Deren Prinzip ist auf den ersten Blick sehr ähnlich: Die Zertifikate bieten vierteljährlich eine Kuponzahlung. Die Höhe des Kupons richtet sich danach, ob der Basiswert des jeweiligen Zertifikats steigt oder fällt. Als Basiswert wird ein Inflations-Indikator herangezogen. Und genau hier sollten Anleger genau hinsehen. Denn die Auswahl des Basiswertes entscheidet darüber, ob das Geld gut angelegt ist.

Als Basiswerte für Inflationszertifikate stehen mehrere Indizes zur Verfügung, wovon insbesondere zwei Varianten derzeit die Hitliste anführen: zum einen der sogenannte Harmonisierte Verbraucherpreis Index (HVPI) ohne Tabak für Deutschland oder Europa und zum anderen die Euro Interbank Offered Rate (Euribor). Das ist der durchschnittliche Zinssatz, zu dem sich in Europa die Banken gegenseitig Geld leihen. Der HVPI dient der Europäischen Zentralbank als Referenzwert zur Berechnung der Inflation. Doch das heißt nicht, dass dieser Index auch als Basiswert für Inflationszertifikate am besten geeignet ist. Der Grund: „Der HVPI ist letztlich ein politischer Index“, sagt Sasa Perovic von der Ratingagentur Scope. Denn der HVPI hat in Europa eine Aufgabe. Er spiegelt die Preisentwicklung für einen definierten Waren und Dienstleistungskorb (ausgenommen Tabakindustrie) in der Euro-Zone wider. Der Index wird vom europäischen Statistikamt Eurostat für die gesamte Euro-Zone berechnet. Grundlage für die Berechnung sind die nationalen HVPIs der EU-Mitgliedsstaaten.

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