Bonuszertifikate
Anlegerlieblinge auf Abwegen

Bonuszertifikate waren in Deutschland über Jahre Verkaufsschlager. Doch in der Finanzkrise hat sich das Bild rapide gedreht: Weil die Sicherheitspuffer der meisten Produkte nicht ausreichten, sitzen Anleger jetzt auf hohen Verlusten. Für ruhigere Marktphasen bleiben Bonuszertifikate aber eine interessante Option.
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Bonuszertifikate haben von allen Zertifikatetypen am stärksten unter den Börsenturbulenzen im Zuge der Finanzkrise gelitten. Standen die Papiere vor der Krise kurz davor, Garantiezertifikate als Lieblingsprodukt der Deutschen abzulösen, ist ihr Anteil am gesamten Marktvolumen in Deutschland seit der Lehman-Pleite massiv gesunken.

Zum Verhängnis wurde den Papieren, dass sie - anders als Garantiezertifikate - nur einen partiellen Schutz gegen Kursrückschläge bieten. Angesichts der heftigen Kursverluste reichte dieser aber bei der überwiegenden Mehrheit der Bonuszertifikate nicht aus.

In ihrer Grundkonstruktionen sind Bonuszertifikate Produkte, die für viele Börsenszenarien geeignet sind. Ihre Stärken spielen sie vor allem in Phasen aus, in denen die Kurse seitwärts laufen oder nur leicht steigen oder fallen. Ausschlaggebend hierfür sind zwei Spezifika dieser Zertifikateart: die Kursbarriere und der Bonus. Die Barriere sorgt dafür, dass Anleger gegen begrenzte Kursverluste abgesichert sind. So lange nämlich der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit diese Schwelle, die stets unterhalb des Kurses bei Emission des Zertifikates liegt, nie reißt, erhalten Anleger bei Fälligkeit des Produktes auf jeden Fall einen fixen Bonusbetrag ausbezahlt.

Ein Beispiel verdeutlicht den Mechanismus: Ein Bonuszertifikat auf die Aktie der Deutschen Bank wird bei einem Aktienkurs von 20 Euro auf den Markt gebracht. Die Barriere liegt bei 15 Euro, der Bonus bei 25. So lange die Deutsche-Bank-Aktie während der Laufzeit nie tiefer als 15 Euro notiert, erhalten Anleger damit immer mindestens 25 Euro ausgezahlt.

Bei der Grundvariante partizipieren Investoren zudem auch an stark steigenden Kursen, da Kursgewinne, die über das Bonusniveau hinausgehen, eingestrichen werden. Schlechter stellen sie sich im Vergleich zu einer Direktanlage in Aktien in diesem Fall nur dadurch, dass sie anders als Aktionäre keinen Anspruch auf Dividendenzahlungen haben. Die Ausschüttungen verwendet der Emittent, um die spezielle Zertifikatestruktur zu finanzieren.

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