Brasilien-Zertifikate
Heißer Börsen-Samba fürs Portfolio

Der brasilianische Aktienleitindex Bovespa hat nach vier Monaten Talfahrt ein beachtliches Comeback gestartet. Es könnte der Auftakt für weitere Kursgewinne an der Börse in Sao Paolo sein. Wie Anleger profitieren.
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Viele Investoren waren zuletzt enttäuscht von Brasilien. Der Grund: Die Regierung unter der Führung ihrer Präsidentin Dilma Rousseff mischt sich immer vehementer direkt in die Geschäfte großer börsennotierter Unternehmen ein.

So verdonnerte Rousseff, laut Forbes-Rangliste die nach Angela Merkel mächtigste Frau der Welt, brasilianische Stromkonzerne zu Tarifsenkungen. Große Banken wie Bradesco und Itaú Unibanco wurden gezwungen, ihre Bonitätsprüfungen für Kredite zu lockern. Ein weiteres Beispiel: Der Ölkonzern Petrobas muss Benzin an Tankstellen zum Teil unter Selbstkostenpreis verkaufen.

Der Effekt: Während die Präsidentin bei ihren Wählern punkten konnte, verloren viele große Investoren die Lust auf brasilianische Wertpapiere. Fonds reduzierten auf breiter Front die Brasilien-Anteile in ihren Lateinamerika-Portfolios, Pensionsfonds, auch einheimische, strichen brasilianische Wertpapiere aus ihren Investitionsplänen. So schrumpfte beispielsweise die Marktkapitalisierung des Ölkonzerns Petrobas seit Jahresbeginn an der Börse um rund 17 Prozent.

Der Kurs des Bergbaukonzerns Vale sank um zehn Prozent, ebenso wie der Aktienleitindex Bovespa, der seit Jahresbeginn um zehn Prozent abstürzte – eine Fortsetzung der Baisse der vergangenen drei Jahre, in deren Verlauf der Index mittlerweile etwa 15 Prozent an Wert verlor.

Doch seit Mitte April zeichnet sich ein Ende der Börsentalfahrt ab. Der Kurs des aktuell 62 Aktien umfassenden Bovespa hat seitdem stetig zugelegt, nachdem die charttechnisch wichtige Unterstützung bei 52.500 Punkten im April gehalten hatte. Schon Mitte 2012 war diese Marke dreimal hintereinander nach unten getestet worden. Danach folgte eine kurze zwischenzeitliche Rally, die Ende Dezember vergangenen Jahres schließlich bei 62.500 Punkten endete.

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  • Der vorliegende Artikel strotzt geradezu vor Naivität und Falschinformation. Der Anteil der Industrieproduktion an der Wirtschaftsleistung ist in Brasilien seit Jahren rückläufig. Die minderwertigen Produkte der "Industria Brasiliera" sind auf dem Weltmarkt kaum konkurrenzfähig. So bleiben Eisenerz und Bananen die Stützen des Exportes. Warum die Währung eines Landes mit dreifacher Inflationsrate gegenüber dem Euro aufwerten sollte, bleibt ebenfalls das große Geheimnis des Autors.

  • Aus Sicht der Charttechnik, speziell der Point&Figure-Charttechnik kann man diese Markteinschätzung ganz aktuell kaum teilen.

    Mit dem Schlußkurs am Freitag, 31.5.2013 notiert der Bovespa erneut nahe seinem Jahrestief. Ob diese Unterstützung noch einmal hält, bleibt abzuwarten. Das Kursniveau wurde in der Vergangeheit bereits mehrfach getestet.

    Damit stegt das Risiko, dass sie fällt und deutlich tiefere Kurse nach sich zieht. Zumal zahlreiche Einzelwerte auch in klaren Verkaufssignalen notieren.

    Bleibt also abzuwarten, was in den kommenden Handelstagen passiert.

    René Neukirch

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