Chartanalyse
Gold steht vor Korrektur

Der Goldpreis klettert von Rekord zu Rekord. Experten setzen immer höhere Kursziele für das Edelmetall. Doch es gibt auch Skeptiker. Chartanalyst Frederik Altmann sieht eine Überhitzung und erwartet eine Korrektur.
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Der Goldpreis ist Anfang August mit mehr als 1.800 Dollar pro Unze auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Und prompt prognostizierten die Analysten der US-Investmentbank JP Morgan für Ende dieses Jahres einen Preis von 2.500 Dollar je Feinunze – das wäre ein Anstieg zum derzeitigen Marktpreis von 40 Prozent.

Die Begründung für das neue Kursziel: Die Inflationsrate in den USA dürfte steigen, der Dollar an Wert verlieren. Dazu passt, dass der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, fordert, die Notenbanken in den USA und Europa sollten über Jahre hinweg Inflationsraten von bis zu sechs Prozent zulassen.

Doch Chartexperte Frederik Altmann sieht die Goldpreisentwicklung zunächst anders. Für ihn hat Gold nun ein kurzfristiges Korrekturpotenzial bis maximal 1.500 Dollar, auch wenn der langfristige Trend positiv bleibt. Nach der Korrektur erwartet er eine Abkühlung in einer Seitwärtsphase, bei der das Edelmetall zwischen 1.500 und 1.850 Dollar schwanken sollte. „Der kurzfristige Rücksetzer sollte Gold zumindest auf die Trendobergrenzen bei cirka 1 650 Dollar zurückführen“, sagt Altmann. Wahrscheinlicher ist für ihn ein Rückfall in den Trendkanal bei 1.580 Dollar. Diese Marke wird durch die Zwischenhochs des Edelmetalls im Mai und Juli dieses Jahres markiert.

Falls diese nicht halten sollten, wartet nach Ansicht von Altmann bei rund 1.500 Dollar eine weitere, massive Unterstützung. Diese ergibt sich durch mehrere Marken: Zum einen durch die Untergrenze des intakten langfristigen Aufwärtstrends, eine innere Trendlinie sowie zusätzlich durch die 200-Tagelinie, die den durchschnittlichen Preis der vergangenen 200 Handelstage darstellt. Altmanns Fazit: Der Goldpreis hat zuletzt
von einer Fluchtbewegung aus Aktien profitiert. Diese sollte sich nach einer Bodenbildung im Dax wieder umkehren.

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