Derivate
Veraltete Prozesse treiben Kosten nach oben

Viele Derivate in Deutschland sind zu teuer. Das liegt vor allem an veralteten Strukturen im Neuemissions- und Abwicklungsprozess, sagt eine Unternehmensberatung aus Hamburg.
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FrankfurtEiner Unternehmensberatung zufolge machen veraltete Emissionsprozesse viele Derivate auf dem deutschen Markt zu teuer. Viele Banken hätten ihre Strukturen im Neuemissions- und Abwicklungsprozess noch nicht durch neue Systeme ersetzt, teilte Steria Mummert Consulting aus Hamburg am Dienstag mit. Mangelnde Automatisierung führe sowohl bei den Emittenten als auch bei den Anlegern zu höheren Kosten bei Zertifikaten und Hebelprodukten.

„Viele Institute könnten ihre Aufwendungen für Neuemissionen und Abwicklung deutlich verringern und diese Kostenvorteile in Form von reduzierten Spreads oder Managementgebühren an die Kunden weitergeben“, kommentierte Berater Frank Dützmann die Beobachtungen von Steria Mummert. Nachbesserungsbedarf erkennt er vor allem an den Schnittstellen zu anderen Marktteilnehmern. Denn vielfach laufe die Kommunikation zwischen diesen immer noch manuell ab.

Das gilt beispielsweise für die Übermittlung von Stammdaten: Bislang senden die Emittenten die Stammdaten neuer Derivate - zum Beispiel Wertpapierkennnummern, Basispreise oder Knock-Out-Barrieren - in uneinheitlichen Excel-Dokumenten an Börsen und andere Datenanbieter. Dort übertragen Mitarbeiter die Angaben von Hand in die Systeme. Dabei kann es zu Fehlern kommen. Zudem ist die Zahl der Neuemissionen im Zuge des wachsenden Wettbewerbes in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Das macht es immer schwieriger, die Arbeit manuell zu bewältigen.

„Hier gilt es, neue, automatisierte Lösungen zu finden, um die Produkte schneller, rentabler und in hoher Servicequalität anbieten zu können“, forderte Dützmann. Aber auch die Emissionsprozesse im eigenen Hause gehörten auf den Prüfstand, weil sie erhebliches Automatisierungspotenzial böten. Entsprechende Investitionen amortisierten sich in der Regel nach kurzer Zeit durch eine signifikante Verringerung der Stückkosten von bis zu 50 Prozent bei verbrieften Derivaten.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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