Discountzertifikate
Rabattschlacht mit Tücken

Preisabschläge beim Aktienkauf - welcher Anleger wünscht sich das nicht? Mit Discountzertifikaten können Anleger tatsächlich mit Rabatt an der Börse investieren. Das Konzept ist in manchen Börsenphasen attraktiv, hat aber natürlich auch Haken: Auf Dividenden müssen Anleger verzichten und die Gewinnchancen sind begrenzt.
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Discountzertifikate gehören zu den Klassikern am Zertifikatemarkt. Seit den 90er-Jahren haben sie die meisten Emittenten bereits im Sortiment. Inzwischen ist die Produktpalette so stark gewachsen, dass Anleger nicht nur die Wahl zwischen den verschiedensten Basiswerten haben, sondern auch in Sachen Laufzeit und Risikostruktur fast jede beliebige Konstellation am Markt bekommen. Seit der Einführung der Abgeltungsteuer, die alle Kapitalerträge gleich stellt, steigen vor allem kurzlaufende Discounter in der Gunst der Anleger, die vorher durch die Spekulationsfrist von zwölf Monaten kaum zu verkaufen waren.

Bei Discountzertifikaten kaufen Anleger einen Basiswert mit einem Abschlag (Discount) auf den aktuellen Marktpreis. Im Gegenzug sind die Gewinnmöglichkeiten begrenzt, da Kursgewinne nur bis zu einer Obergrenze (Cap) mitgenommen werden. Durch ihre spezielle Konstruktion sind Discountzertifikate vor allem für Börsenphasen geeignet, in denen die Aktienkurse stagnieren oder nur leicht steigen oder fallen.

Kauft der Anleger etwa ein Discountzertifikat auf die Adidas-Aktie bei einem Kurs von 25 Euro mit einem Rabatt von fünf Euro und einem Cap bei 30 Euro, erzielt er so lange Gewinne, wie die Adidas-Aktie am Ende der Laufzeit oberhalb von 20 Euro notiert. Mit einem Direktinvestment in die Aktie zum Kurs von 25 Euro hingegen würde er schon ab einem Kurs von 24,99 Euro Geld verlieren.

Rein rechnerisch ist die Aktie dem Zertifikat erst dann überlegen, wenn diese am Laufzeitende oberhalb von 50 Euro notiert. Allerdings gilt dies nur dann, wenn keine Dividenden gezahlt werden. Andernfalls rechnet sich ein Investment in die Aktie früher, da Anleger bei Discountzertifikaten an Dividendenzahlungen nicht teilhaben.

Wie die meisten Zertifikate haben auch Discountzertifikate eine Optionskomponente. Konstruiert werden sie durch den (theoretischen) Kauf der Aktie und den gleichzeitigen Verkauf einer Call-Option. Aufgrund des Optionsgeschäfts richtet sich der Preis des Zertifikats während der Laufzeit nicht nur nach dem Kurs des Basiswerts, sondern hängt auch an der Volatilität. Da in diesem Fall eine Kaufoption verkauft wird, sinkt der Wert des Zertifikats tendenziell mit einer anziehenden Volatilität.

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