Dividendenausfall
Bonusprodukte hängen von den Dividenden ab

Nahezu alle Branchen rechnen mit einem schwierigen Geschäftsjahr. Aktionäre befürchten, dass die Dividenden in diesem Jahr sinken wird oder sogar komplett ausfällt. Für Zertifikatebesitzer bedeutet das schlechtere Konditionen bei Bonus-Zertifikaten.
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FRANKFURT. Im laufenden Geschäftsjahr 2009 müssen sich die Investoren auf schlechte Nachrichten gefasst machen. Denn Börsenexperten erwarten nicht nur weitere Gewinnwarnungen aus der Finanz- und Automobilbranche. Auch der Industrie- und der Dienstleistungssektor können in den kommenden zwölf Monaten vermutlich nicht mit einem Plus in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung glänzen. Die Folge: Dividenden fallen aus.

"In den vergangenen Jahren sind die Dividenden um jährlich 20 Prozent gestiegen. Das sehen wir so schnell nicht wieder", sagt Sonja Schemman, Fondsmanagerin bei Schroders. Die Aktienexpertin verwaltet zwei Dividendenfonds bei der Investmentgesellschaft. Sie rechnet zwar mit einer baldigen Erholung, denn die Ausschüttungen entwickeln sich ihrer Erfahrung nach stetiger als die Gewinne: "Studien vom britischen Aktienmarkt zeigen, dass im langfristigen Durchschnitt ein Dividendenwachstum von zehn Prozent realistisch ist."

Doch sinken die Gewinne, bedeutet dies in naher Zukunft vorerst auch geringere Ausschüttungen an die Aktionäre. Aller Voraussicht nach fällt der Dividendenregen 2009 sogar komplett aus.

Für Zertifikatebesitzer bedeutet das schlechtere Konditionen bei Bonus-Zertifikaten. "Wenn ein Unternehmen keine Dividende zahlt, können wir auch kein Bonus-Zertifikat zu pari auf die Aktie emittieren", sagt Nicolai Tietze von der Deutschen Bank. Denn die Emittentin benötigt die Dividenden zur Konstruktion eines Bonus-Zertifikates. Wenn Dividendenzahlungen unerwartet ausfallen, ist die Performance des Zertifikates in dem Moment zwar häufig besser als im zu Grunde liegenden Basiswert. "In einem so volatilen Markt ist die exakte Einschätzung von zukünftigen Dividenden schwer", sagt Tietze. Doch die Emittenten reagieren in solchen Fällen prompt und stellen keine Briefkurse mehr. Auf dem Sekundärmarkt steigt der Kurs der betroffenen Papiere dann leicht an und der erhoffte zusätzliche Gewinn bleibt aus.

Investoren müssen bei Dividendenstreichungen mit Capped-Bonus-Zertifikaten Vorlieb nehmen. "Durch eine eingebaute Gewinnbeschränkung lassen sich auch Basiswerte ohne Dividendenzahlungen als Bonus-Zertifikate verbriefen", erklärt Tietze.

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