Edelmetall-Anlagen
Das dunkle Geschäft mit dem Gold

Der Goldpreis hat einen weiteren Rekord geknackt. 1622 Dollar kostete die Feinunze in der Spitze. Der Boom hat längst Banken und Fondshäuser erfasst. Bei vielen Produkten ist der Begriff Gold aber nur Fassade.
  • 15

Düsseldorf/FrankfurtEs ist die Geschichte von Schuldenkrise und Zukunftsängsten, von einem Massenphänomen und einem Mythos. Wo immer derzeit an den Finanzmärkten über die Entwicklung der kommenden Jahre diskutiert wird, stets fällt der Name eines Investments, das vielen Anlegern als Inbegriff für Sicherheit und Werterhalt gilt: Gold.

Die Branche der Produktentwickler in den Banken und Fondshäusern hat diesen Trend längst erkannt. Zuhauf kommen täglich neue Produkte mit dem Edelmetall im Namen an den Markt.

Sie alle generieren vor allem eines: Wer als Anleger nicht das nötige Geld oder den sicheren Aufenthaltsort für Goldbarren- oder münzen hat, kann sich über Wertpapiere an ihnen beteiligen und so am steigenden Preis partizipieren. Für den Krisenfall geeignet - genau dieser Gedanke spielt bei Gold-Investments stets die dominante Rolle - sind indes nur wenige dieser Vehikel. Das hieße nämlich, dass sich Anleger das Gold tatsächlich ausliefern lassen könnten.

Zwei Produkttypen gilt es zu unterscheiden: Zum einen börsengehandelte Goldfonds - ETCs - oder in der Langform Exchange Traded Commodities genannt. Was viele Anleger nicht wissen: Es handelt sich um Schuldverschreibungen eines Emittenten - aus rechtlicher Sicht also um Zertifikate. Geht der Emittent pleite, ist das Investment ähnlich wie einst bei Lehman-Zertifikaten futsch.

Um daher alle Bedenken bereits im Keim zu ersticken, bedienen sich Emissionshäuser einer offensichtlich sicheren Variante: Sie kaufen physisches Gold, um damit den ETC zu unterlegen. Weil in den vergangenen Wochen und Monaten immer mehr Geld in diese Fonds geflossen ist, haben sie allein im zweiten Quartal 45 Tonnen Gold erworben. Weltweit lagern bei den acht größten Anbietern jetzt 2 200 Tonnen Gold.

In Anbetracht der weltweiten Reserven, die zum Jahreswechsel bei über 30 000 Tonnen lagen, ist das eine erhebliche Menge. Das treibt unweigerlich den Goldpreis, zuletzt auf Rekordwerte von über 1 600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die meisten Bestände lagern in London.

Seite 1:

Das dunkle Geschäft mit dem Gold

Seite 2:

Kommentare zu " Edelmetall-Anlagen: Das dunkle Geschäft mit dem Gold"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • mittlerweile kaufen selbst einige Notenbanken wieder Gold und die Chinesen, die schon immer eine Neigung zu Gold und Silber hatten, dürfen seit längerem Edelmetalle physisch kaufen.
    Nur uns im Westen hat man über Jahrzehnte eingehämmert, dass Gold kein Geld sondern ein unnützes Metall ist, gerade mal gut für Schmuck und Zahnersatz.

    Dabei fürchten die Bankster und Politiker das Gold wie der Teufel das Weihwasser. Der stete Preisanstieg zeigt ihnen doch, dass die Menschen kein Vertrauen mehr in das Papiergeld haben.

    Ausserdem fahren Sie mit Papiergeld doch nur Verluste ein,
    Sparguthaben bringen nix - Inflationsverlust,
    Lebensversicherungen - 20 oder 25 Jahre brav eingezahlt, miese Verzinsung, enormer Inflationsverlust - Unsicherheit wie hoch die Versicherungen in Staatspapieren investiert sind, da drohen evtl. zusaätzliche Verluste.

    Amerikanische Aktien ? - enorme Währungsverluste, weiterhin drohend - dazu noch Steuern und Gebühren

    Errechnen Sie mal spaßeshalber die DOW/Gold Ratio für die letzen Jahre, auch DAX/Gold Ratio, dann geht Ihnen ein Licht auf, wie gut Sie gefahren wären mit vielleicht 10 - 20% Anlage in Gold/Silber

  • Bei Gold geht es um den "intrinsischen Wert", der Kaufkraft über Zeiten rettet.
    Wer sich wieder Ersatz-Papier aufschwatzen lässt, hat nichts verstanden.

  • Zwar bin ich nicht Kurt, aber ich versuche trotzdem mal eine Antwort.

    Sicherlich stehen einige Parameter dafür, dass eine Inflation möglich wäre. Sicher ist das jedoch keinesfalls. Letztlich kommt es darauf an ob, und wenn ja WELCHE, Angst bei den Menschen ausbricht. Befürchten die Menschen tatsächlich eine akut anstehende Entwertung der Kaufkraft ihres Geldes und fangen deswegen an wie die irrsinnigen alles an Sachgütern aufzukaufen was nur geht........dann schlittern wir in eine Inflation. Es gibt bei weitem zu viel freies Geld als das jeder für sein Geld Sachgüter bekommmen könnte (bei den derzeitigen Preisen).

    Fangen die Menschen (und Institutionen) an einander zu misstrauen, bzw. die Rückzahlungsmöglichkeit in Frage zu stellen, und halten ihre Gelder deswegen aus dem Wirtschaftskreislauf zurück und sparen. Dann wird Geld plötzlich ein seltenes Gut welches an allen Ecken und Enden fehlt. Gut zu beobachten nach der Lehmannpleite. Es gab zwar noch fast genausoviel Geld wie vorher, aber kaum einer war noch bereit es zu verleihen. Üblicherweise ist das eine Sternstunde der Notenbanken, welche genau in solchen Situationen den Markt mit Geld, mit Liquidität, fluten sollen.

    Das kann aber auch verpuffen. Japan war über ein Jahrzehnt lang (eigentlich immer noch)im Deflationsbereich. Gewisse Bereiche in den USA (der Häusermarkt z.B.) zeigt ein deflatorisches Umfeld. Auch in Griechenland sind die Risiken einer Deflation, bedingt durch die Rezession, deutlich gestiegen.

    Ich würde mich derzeit nicht darauf festlegen welches von beiden Szenarien schließlich die Oberhand gewinnt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%