Expresszertifikate
Renditechance im Nachfassen

In guten Börsenphasen können Anleger mit Expresszertifikaten in wenigen Monaten attraktive Renditen erzielen. Das Problem: Im Moment laufen Aktien alles andere als gut. Die Hoffnung müssen Anleger deshalb aber nicht aufgeben. Denn die Derivate bieten jedes Jahr aufs Neue die Chance auf einen Kupon.
  • 0

Die jüngste der weit verbreiteten Zertifikateformen in Deutschland ist das Expresszertifikat. Wie Garantiezertifikate werden Produkte dieser Gattung vor allem an den Bankschaltern verkauft. Sie richten sich grundsätzlich an längerfristig orientierte Anleger. Im Erfolgsfall (insbesondere in positiven Börsenphasen) lässt sich mit ihnen aber auch eine schnelle Rendite erzielen.

Die Grundidee des Express-Zertifikats ist ein mehrfaches „Entweder-Oder“. Konkret wird an verschiedenen Stichtagen in der mehrjährigen Laufzeit überprüft, ob ein bei der Emission vorgegebenes Kursziel erreicht wurde oder nicht. Im Erfolgsfall wird das Zertifikat gekündigt und der Anleger erhält seinen Einsatz plus einen einen vorab bestimmten Kupon ausbezahlt. Andernfalls läuft das Zertifikat weiter bis zum nächsten Stichtag, an dem sich das Prozedere wiederholt. Verluste drohen Anlegern erst, wenn alle Stichtage ohne Erfolg verstrichen sind und das Kursziel auch am Fälligkeitstag nicht erreicht wird.

Was zunächst kompliziert klingt, lässt sich an einem Beispiel relativ einfach verdeutlichen. Unterstellt sei ein Expresszertifikat auf die Aktie der Allianz, das bei einem Aktienkurs von 60 Euro begeben wird. „Anlageziel“ des Produktes ist es, dieses Kursniveau mindestens zu halten. Ob dies gelingt, wird nun an mehreren Stichtagen überprüft.

Die erste Überprüfung erfolgt bei Expresszertifikaten in der Regel nach 13 bis 15 Monaten. Liegt die Allianz-Aktie zu dieser Zeit bei 60 Euro oder höher, wird das Zertifikat gekündigt. Der Anleger erhält dann sein eingesetztes Kapital zurück und kassiert außerdem einen Kupon von etwa acht bis zehn Prozent. Sollte die Allianz-Aktie dagegen unter 60 Euro notieren, läuft das Zertifikat weiter bis zur nächsten Überprüfung, die meist ein Jahr später ansteht. Hier wiederholt sich die Prozedur. Allerdings gibt es am zweiten Stichtag einen höheren Kupon von beispielsweise 16 Prozent, an einem möglichen dritten Stichtag steigt der Kupon weiter an.

Irgendwann läuft allerdings jedes Expresszertifikat aus. Meist geschieht dies nach vier oder fünf Überprüfungen. Dabei wird auch am letzten Stichtag geschaut, ob das Kursziel von 60 Euro erreicht wurde. Ist das der Fall erhalten Anleger erneut ihr eingesetztes Kapital plus den entsprechenden Kupon.

Seite 1:

Renditechance im Nachfassen

Seite 2:

Kommentare zu " Expresszertifikate: Renditechance im Nachfassen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%