Handelsstörungen
Zertifikate: Stagnierendes Geschäft heizt Preiskampf an

Handelsstörungen an den Derivatebörsen können für private Investoren ein großes Ärgernis darstellen. Deshalb musste sich manche Bank in der Vergangenheit wegen Systemausfällen der öffentlichen Kritik stellen. Allerdings können diese so genannten Mistrades auch für die Zertifikate-Emittenten unangenehme Folgen haben.
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FRANKFURT. Auch Emittenten haben ein großes Interesse an einem störungsfreien Handel. Denn sie verdienen an jeder durchgeführten Order bares Geld. Ihr Gewinn entspricht der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs - Experten bezeichnen diese Spanne als Spread. "Bei Index-, Bonus- und Discount-Zertifikaten auf liquide Basiswerte ist der Spread besonders eng" sagt Nicolai Tietze von der Deutschen Bank. Nicht mehr, aber auch nicht weniger verdient die Bank am Handel mit entsprechenden Produkten.

Neben der Commerzbank zählt die Deutsche Bank derzeit zu den Marktführern auf dem deutschen Derivatemarkt. Da Expertenangaben zufolge das Geschäft mit neuen Strukturen und Basiswerten auch zum Jahresbeginn 2009 stagnieren wird, wollen die Konkurrenten künftig vor allem preisgünstige Papiere anbieten: "Bei den vergleichsweise einfachen Strukturen ist der Preiskampf besonders stark", sagt Tietze. Weniger neue Produktstrukturen und Basiswerte, dafür effektivere und untereinander besser vergleichbare Papiere könnten künftig über die Marktanteile im Derivategeschäft entscheiden.

Von diesem Trend können die Anleger nur profitieren. Doch neben der Preisfeststellung ist für sie auch ein möglichst transparenter Handel ein wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen ein Derivat. "Die Regeln der Börse Stuttgart gewähren einen qualitativ hochwertigen und transparenten Handelsablauf" sagt Holger Schleicher, Leiter des Handels mit verbrieften Derivaten. Die Euwax in Stuttgart erfüllt die seit November 2007 gültigen Orderausführungsaspekte der EU-Richtlinie Mifid (Markets in Financial Instruments Directive) bereits seit langem. Sie soll die Effizienz und Transparenz des Wertpapiermarktes verbessern und damit gleichwertige Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer schaffen. Die Euwax geht dabei noch über die Anforderungen hinaus: "Bis dato gelten die Transparenzregeln nur für Aktien und Aktien vertretende Zertifikate. Wir erfüllen diese Anforderungen auch bei verbrieften Derivaten", sagt Michael Kieß, der Mifid-Experte der Börse Stuttgart. Selbst Handelsvolumen von mehr als 10 000 Euro führt die Euwax schnellstmöglich aus: "Stellt eine Emittentin für ein Zertifikat nicht ausreichend Liquidität zur Verfügung, oder ist die Geld-Brief-Spanne zu groß, nehmen wir das Risiko häufig auf unser eigenes Buch", verspricht Kieß.

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