Indexzertifikate
Ein ganzer Markt in einem Papier

Sechs Prozent der deutschen Anleger investieren ihr Geld in Zertifikate. Das hat die Deutsche Börse gemeinsam mit dem Deutschen Derivate-Institut (DDI) und dem Deutschen Aktieninstitut ermittelt. Nach Schätzungen des DDI stecken bis zu 58 Mrd. Euro in den über 60 000 Zertifikaten, die derzeit am Markt erhältlich sind.
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HB BERLIN. Die bekanntesten Papiere sind die Indexzertifikate. Fast jeder vierte Anleger kann mit dem Klassiker unter den Anlagezertifikaten etwas anfangen. Das liegt an der einfachen Konstruktion. Ein Indexzertifikat auf den Deutschen Aktienindex (Dax) bietet dem Investor beispielsweise die Chancen der 30 größten Unternehmen Deutschlands in einem Wertpapier – mit einer Gewichtung wie im Index. So einfach wie der Erwerb ist auch die Beobachtung des Kursverlaufes: Steht der Dax bei 4 500 Punkten, kostet das Indexzertifikat mit einem Bezugsverhältnis von eins zu hundert 45,00 Euro. Steigt der Dax auf 4 700 Punkte, steigt das Zertifikat auf 47,00 Euro. Fachleute sprechen von symmetrischem Chance-Risiko-Profil. Das bedeutet aber auch: Fällt der Dax auf 4 000 Punkte, ist das Zertifikates nur noch 40,00 Euro wert.

„Mit einem Indexzertifikat erwirbt der Anleger die wichtigsten Unternehmen einer Volkswirtschaft, was er sonst nur über einen Investmentfonds kann, nur dass er für ein Zertifikat keinen Ausgabeaufschlag bezahlen muss“, sagt Pascal Seppelfricke von Rhein Asset Management, einem auf Zertifikate spezialisierten Vermögensverwalter. „Schon ab Beträgen von wenigen tausend Euro können Privatanleger flexibel und global investieren“, ergänzt DDI-Vorstand Dieter Lendle. Der Anleger streue damit das Risiko in seinem Portfolio und spare Transaktionskosten. Bei der Wahl des Basiswertes sollten Anleger darauf achten, dass das Zertifikat einen Performanceindex abbildet, weil er im Gegensatz zum Kursindex die anfallenden Dividenden berücksichtigt.

Indexzertifikate gab es schon vor mehr als zehn Jahren. Zu Verkaufsschlagern wurden sie aber erst, als sie die Emittenten als Endlosversion auf den Markt brachten. Die Laufzeit der meisten Papiere ist heute unbegrenzt. Gleichwohl halten sich die Anbieter ein Hintertürchen zum Ausstieg offen („siehe Fallstricke“).

Unbegrenzt ist auch die Auswahl: Indexzertifikate gibt es auf alle bekannten Kursbarometer. Auch die Börsen der osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten und viele Branchenindizes sind auf diese Weise erschwinglich. „Mit den Papieren können Anleger schnell und unkompliziert in Regionen, Branchen oder neuerdings auch in Rohstoffe investieren“, sagt Jens Kleine, Professor für Finanzdienstleistungen an der Steinbeis-Hochschule in Berlin.

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