Interview
„Ein Ritterschlag für CFDs“

Spekulieren mit hohem Hebel hat nichts mit Kasino zu tun, sagt René Diehl. Der Vorstand der Wertpapierhandelsbank Cefdex erklärt, warum CFDs besser sind als ihr Ruf und was der Markteintritt der Comdirect bedeutet.
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Herr Diehl, mitten in einer extrem turbulenten Marktphase werben Onlinebroker für hochspekulative Produkte mit Hebel. Passt das zusammen?

Sehr gut sogar. Die alte Aktienkultur „Buy and Hold“ gibt es nicht mehr. Die Märkte schwanken heute sehr viel stärker als früher. Mit den sogenannten Contracts for Difference (CFDs) – zu Deutsch Differenzkontrakte – können Anleger sehr schnell und kostengünstig reagieren, auf fallende wie steigende Kurse setzen. Und mit geringem Einsatz können Anleger hohe Gewinne einfahren.  

Geringer Einsatz, hohe Gewinne? Klingt verlockend und ein bisschen nach Spielkasino….

Mit Kasino hat das nichts zu tun. CFDs sind Differenzkontrakte. Anleger spekulieren auf die Kursveränderung von Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffen. Und dabei setzen sie nur ein Bruchteil der Summe ein, die der Basiswert kostet, können aber voll an den Gewinnen partizipieren. Wer also 20 Prozent hinterlegt – wir nennen das Margin oder Sicherheitsleistung – spekuliert mit Hebel fünf. Er bekommt also am Ende so viel raus, als ob er 100 Prozent investiert hätte.

CFDs sind also Hebelprodukte und nicht nur die Gewinne sondern auch die Verluste vervielfachen sich je nach Höhe des Hebels. Ist das nicht extrem riskant?

Natürlich wird das Risiko je nach Hebel größer. Das heißt, mit steigendem Hebel steigt das Risiko bei gegenläufiger Kursentwicklung Verluste zu machen.

Aber mit Hebel 400…

…ein solcher Hebel ist natürlich extrem gefährlich, da kann ich als Anleger eigentlich nur verlieren. Davon kann ich nur abraten. Wir bieten CFDs auf den Dax nur bis Hebel 50 an, bei vielen anderen Werten ist der Hebel geringer, bei Aktien liegt er nur bei höchstens 20.

Das ist aber immer noch ein hoher Multiplikator… Wenn die Wette nicht aufgeht, sitzt der Anleger auf hohen Verlusten. Ein Zockerprodukt?

Natürlich sind CFDs spekulative Finanzprodukte – Wie jede Aktie oder Zertifikat auch. Aber sie sind definitiv keine Zockerprodukte. Die Anleger sind sehr gut informiert und setzen CFDs sehr bewusst ein.

Trotzdem sind CFDs sehr umstritten, haben einen ziemlich schlechten Ruf…

Das sehe ich nicht so. Hebelprodukte sind natürlich riskanter als Produkte ohne Hebel. Aber CFDs sind wesentlich transparenter als vergleichbare andere Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Zertifikatekonstruktionen.

Es halten sich aber hartnäckig Gerüchte, dass die meisten Anleger, die ihr Glück mit diesen Differenzkontrakten versucht haben, binnen kürzester ihr Geld verzockt haben. Alles Märchen?

Das war vielleicht vor fünf oder sechs Jahren noch so. Damals haben nicht ausreichend informierte Anleger oftmals hohe Verluste eingefahren.

Verlieren viele Anleger mehr Geld als sie ursprünglich eingesetzt, also als Sicherheitsleistung hinterlegt hatten und müssen dann Geld nachschießen?

Das kommt natürlich vor, aber nur sehr selten. Wir wickeln die CFD-Transaktionen für die Kunden von S-Broker. Vi-Trade und Flatex ab und hatten im vergangenen Jahr einige wenige Fälle, in denen die Nachschusspflicht gegriffen hat – und das bei weit über fünf Millionen Trades im Jahr.

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Halten Anleger CFDs über Nacht, wird es gefährlich

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  • absolut unseriöser laden! musste am eigenen depot leidvoll erfahren, wie cefdex als marketmaker für flatex die anleger über den tisch zieht. bei unternehnem gehören übrigens dem bernd förtsch aus kulmbach.

    zum glück gibt es inzwischen auch broker die auch geld verdienen wollen und trotzdem fair sind und seriös agieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @Icke ... wie wär's Sie versuchen es einfach mal mit den Grundlagen! Die Theorie zu den ganzen hier besprochenen Produkten und Methoden ist wirklich nicht schwer und sollte mit etwas Mühe auch von Ihnen verstanden werden können. Danach sollten dann auch Ihnen Dinge wie das Risiko einfacher Derivate (CDFs sind ja wirklich kein komplexes Produkt), der Zusammenhang von Risiko (in dem Zusammenhang auch Zeit) und Gewinnerwartung oder der Wert von Information klarer werden.

    Zu Meiner Aussage bezüglich Ihrer Eignung als Kunde: Da Ihnen ganz offensichtlich das (theoretisch unbegrenzte) Verlustrisiko bei CFDs nicht klar war würde es ausreichen nur lange genug die Gegenposition zu Ihrer Position einnehmen und man würde GARANTIERT Gewinn machen. Eine Bank wird mit Ihnen als Kunden also (auf lange Sicht) IMMER Gewinn machen ...

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