Kurssturz
Die große Silberschmelze

Das Edelmetall kostet nur noch halb so viel wie vor zwei Jahren. Der Preis bricht sogar stärker ein als beim großen Bruder Gold. Analysten lagen mit ihren Prognosen komplett daneben. Nun hoffen einige auf die Wende.
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Düsseldorf„Silber wird 2013 seinen Aufwärtstrend fortsetzen und neue Höchststände erklimmen“, gab sich Eckart Keil, Fondsmanager des Premium Pearls Fund noch zu Beginn des Jahres optimistisch. Mit dieser Einschätzung stand Keil nicht alleine da. Für viele Investmentexperten gehörte Silber zu den großen Favoriten des Jahres. Doch genau das Gegenteil ist jetzt der Fall.

Das Edelmetall erlebt einen beispiellosen Preissturz. Es gab allein seit Jahresanfang um 35 Prozent nach, in den vergangenen zwei Jahren halbierte sich der Preis auf weniger als 20 Dollar je Feinunze. Die Verluste sind deutlich größer als bei Gold, das auf ein Minus von 22 Prozent kommt. Silber ist damit einer der größten Verlustbringer des Jahres.

Dabei hatten Investmentexperten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg im Dezember 2012 einen Preisanstieg von 33 Prozent für das Edelmetall bis zum Jahresende 2013 vorausgesagt. Der Optimismus der vermeintlichen Experten entpuppte sich – wie so häufig – eher als ein Indikator für die gegenläufige Entwicklung.

Doch wie konnten sich Analysten so täuschen? Der Erklärungsversuch von Daniel Briesemann, Rohstoff-Analyst bei der Commerzbank in Frankfurt: „Wir wurden von der Heftigkeit des Kursrutsches überrascht. Silber hat im Laufe des Jahres viele technische Kursmarken gerissen. Der Abwärtstrend hat sich dadurch verstärkt, ohne dass es fundamentale Gründe gab.“

Der Hauptgrund für die negative Entwicklung: Der Preis für Silber ist eng mit dem von Gold verbunden. Der Kursverfall für Gold gab auch für Silber die Richtung vor. Denn Silber hängt in der Regel am Tropf des Goldpreises, es zeichnet dessen Preisbewegungen sogar überproportional stark nach. Und Edelmetalle standen im ersten Halbjahr auf der Beliebtheitsskala der Investoren weit unten.

Anleger investierten im ersten Halbjahr lieber in die Aktienmärkte. Und das auch mit gutem Grund: Während Notenbanken ihre Politik des billigen Geldes fortsetzten, ist die Inflationsrate nicht gestiegen – allen Unkenrufen zum Trotz. „Maue Weltwirtschaft und sinkende Inflation sind nicht gerade das optimale Umfeld für steigende Gold- und Silberpreise“, erklärt Thorsten Schulte, ein ausgewiesener Experte, der in der Branche nicht umsonst den Spitznamen „Silberjunge“ trägt.

Kommentare zu " Kurssturz: Die große Silberschmelze"

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  • Lass es doch fallen, dass steigt auch wieder, außerdem ist es immer noch höher als noch vor 10 jahren wie man hier sehen kann: http://www.silberpreis.de/

    Also warum der Streß.

  • falls das stoploss nicht aufgegangen ist verkauf jetzt zu 50 cent dx8xrk

  • irgendwie habe ich Schiss dass Silber unter 19,50 fällt und verkaufe die Scheine DX8XRK zu stoploss 57 cents

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