Rabatt-Zertifikate
Bei lahmen Kursen Geld verdienen

Wenn Börsianer gelangweilt vor ihren Monitoren hocken, weil der Dax sich kaum bewegt, schlägt die Stunde der Discount-Zertifikate. Während sich der Deutsche Aktienindex in diesem Jahr zwischen 3 750 und 4 180 Punkten quält, sind die Umsätze mit den Rabatt-Produkten um über 50 Prozent gestiegen.
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HB FRANKFURT/M. Discount-Zertifikate machen mit Abstand den größten Teil des Zertifikatemarktes aus und gerade in einer Seitwärtsbewegung an der Börse sind sie eine ideale Anlageform. Sie beziehen sich meist auf Aktien oder Indizes. Im Vergleich zum direkten Kauf einer Aktie erhält der Anleger beim Erwerb von Discount-Zertifikaten aber einen Rabatt (Discount) auf den aktuellen Kurs einer Aktie. Bis zu einer bestimmten Höchstgrenze (Cap) partizipiert der Anleger eins zu eins am Kursanstieg der Aktie. Erst wenn diese über den Cap steigt, wäre der Anleger mit dem Direktinvestment besser gefahren.

Gewinne erwirtschaftet der Anleger somit bei steigenden, stagnierenden und – bis zur Höhe des eingeräumten Discounts – auch bei fallenden Kursen. Gehen die Kurse noch stärker zurück, erleidet der Besitzer des Papiers zwar Verluste, diese fallen allerdings geringer aus als bei einer Direktanlage. Lediglich bei stark steigenden Kursen stellt sich der Investor schlechter als beim direkten Kauf des Basiswerts, da er von Kurssteigerungen über die Begrenzung hinaus abgeschnitten ist.

Ein Beispiel: Bei einem Dax- Stand von 3 800 Punkten ist ein Discounter mit einem Bezugsverhältnis von eins zu hundert und einem Rabatt von zehn Prozent auf den aktuellen Indexstand für 34,20 Euro zu haben. Der Cap liegt bei 4 200 Punkten, die Laufzeit endet im Juni 2006. Steht der Dax am Laufzeitende bei 4 200 Punkten oder darunter, erhält der Anleger ein entsprechendes Indexzertifikat in sein Depot gebucht. Während der Dax selbst bei exakt diesem Stand somit lediglich 6,3 Prozent zulegen konnte, springt für den „Schnäppchenjäger“ auf Grund des Rabatts ein Zugewinn von 22,8 Prozent heraus. Erst bei einem Indexrückgang von mehr als zehn Prozent, also bei einem Stand des Dax unterhalb von 3 420 Punkten, macht der Anleger Verluste. Steigt der Dax hingegen auf 5 000 Punkte, schneidet ein Direktinvestment besser ab. Am Laufzeitende erhält der Besitzer des Discounters in diesem Fall nur eine Zahlung von 42 Euro und muss sich somit mit den bereits genannten 22,8 Prozent begnügen.

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