Stephan Albrech
„Es ist an der Zeit, Aktien zu kaufen“

Aktien sind langfristig alternativlos, sagt Stephan Albrech. Der Vorstand der gleichnamigen Vermögensverwaltung ist überzeugt, dass aktuell ein guter Zeitpunkt ist, um unterbewertete Standardwerte einzusammeln.
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An den Märkten reicht derzeit die kleinste Negativmeldung, schon brechen Angst oder sogar Panik aus. Führt das nicht unweigerlich zu Fehlentscheidungen?

Ganz klar, die Angst der Anleger ist groß, die Abneigung gegenüber Aktien wächst – und das genau zum falschen Zeitpunkt.

Falscher Zeitpunkt?

Ja, es ist an der Zeit zu kaufen, nicht zu verkaufen. In der Schuldenkrise sind Qualitätspapiere mit ordentlicher Dividende unverzichtbar.  Je nach eigener Risikobereitschaft und Anlagehorizont sollten Investoren jetzt neue Positionen aufbauen und bestehende aufstocken. Schließlich kann man viele Aktien nach dem Kursrutsch günstig, oft sogar unterbewertet einsammeln.

Gerade Privatanleger tun sich damit aber schwer, bringen Ihr Geld lieber in Sicherheit. Wie reagieren Ihre Kunden?

Unsere Kunden behalten die Ruhe. Das verwundert mich auch nicht, denn wir informieren sie regelmäßig über die Lage an den Märkten und wie wir diese einschätzen. Unsere Aktienquote hatten wir bereits vor Wochen zurückgefahren, das wussten unsere Kunden.

Trotzdem ist es doch beunruhigend, wenn man tagtäglich neue Wasserstandsmeldungen zur Schuldenkrise und die Verlustmeldungen von den Börsen hört und liest…

Natürlich, aber wer eine langfristige Strategie hat, kann solche Turbulenzen aussitzen. Außerdem ist das Aktiendepot ja immer nur ein Teil des Vermögens unserer Kunden. Hinzu kommen oft Immobilien, Edelmetalle wie Gold oder andere Werte.  Man darf nicht nur auf das Aktiendepot schauen, sondern muss das ganze Vermögen berücksichtigen. Dann relativiert sich vieles und die Schwankungen an den Aktienmärkten sind schon gar nicht mehr so schmerzhaft  – auch wenn der Absturz in den vergangenen Wochen natürlich sehr heftig war.

Kam die Korrektur für Sie überraschend?

Nein, damit habe ich gerechnet. Der Dax ist zum Jahresbeginn viel zu schnell und zu stark gestiegen, das konnte nicht gutgehen. Allerdings habe ich nicht mit einer solch heftigen Korrektur gerechnet. Seit Mitte März hat der Dax rund 40 Prozent des vorherigen 2000-Punkte-Anstiegs wieder verloren. Eine solche Korrektur ist – wenn auch nicht so heftig – übrigens typisch in einem neu etablierten Aufwärtstrend. 

Sie glauben also, dass es bald wieder aufwärts geht?

Ja, wir erleben gerade eine kurzfristige Korrektur, aber nicht den Beginn einer monatelangen Durststrecke. Was dafür spricht, dass es bald nach oben gehen kann, ist die hohe Liquidität in den Märkten. Wir brauchen aber auf jeden Fall auch klare politische Signale. Grundsätzlich bin ich aber optimistisch.

Kommentare zu " Stephan Albrech : „Es ist an der Zeit, Aktien zu kaufen“"

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  • Wieso ist eine Anlage in Tagesgeldan eine Vermögensvernichtung?
    Es gibt bei mehreren seriösen Banken Tagesgeld Zinsen von 2,4%. Die Inflationsrate liegt akteull bei rund 2%.
    Ulrich Fielitz

  • Da sich Ihr Kommentar offensichtlich auf mich bezieht
    (Verweis auf einen Verfall des Dax auf unter 3000 Punkten!), sage ich Ihnen ganz klar: Ich gönne Ihnen Ihre Aktiengewinne ohne Neid. Auf dass Sie schöne Gewinne einfahren und eine gute finanzielle Lebensperspektive sich erarbeiten können. Das ist mein voller Ernst.
    Allerdings sollten Sie vielleicht auch weniger naiv sein, als Sie es momentan sind. Die Börsengeschichte lehrt ganz klar: In Zeiten einer Megakrise wie der Eurokrise -noch dazu gepaart mit Rezession in Gesamteuropa- begnügt sich der Markt nicht mit einem Wertverfall von 25 Prozent oder so. In solchen Zeiten sind Wertverluste von mindestens 2/3 und mehr gegenüber den früheren Höchstständen angesagt. Sie werden es noch erleben! Darüber hinaus muss Ihnen ferner eines auch klar sein: Sollte es jemand zu so radikalen Entscheidungen wie Goldverbot und Lastenausgleich bei Immobilien kommen, dann werden auch Sie mit Ihren Aktien nicht mehr ungerupft davonkommen. Dann ist nämlich eine Kapitalertragssteuer von 50 Prozent und drüber angesagt! Oder glauben Sie etwa, dass der Zeitgeist dann nur im Hinblick auf Gold
    und Immobilien sich radikalisiert haben wird? Sie reden mit der Arroganz eines jugendlichen Menschen, der offensichtlich noch nicht die Erfahrung gemacht hat, wie schnell eine Megakrise Aktiendepots wegschlachten kann.

  • Diejenigen, die hier gegen Aktien meckern, sind dieselben, die sich aufregen, wenn andere Menschen Geld mit Aktien verdienen. Mutlosigkeit und Neid treten gepaart auf.

    Ich frage mich, in welchen Anlageklassen, die angeblich so sicher sind, ihr euer Geld anlegen wollt?

    Euer Weitblick reicht gerade mal bis zu einem DAX-Verfall auf 3000. Auch dann werdet ihr gegen Aktien schimpfen. Aktien steigen und fallen, der Wert des Geldes fällt nur immer weiter. Und Gold, euer Allheilmittel, ist teuer, nutzlos und wird vielleicht mittelfristig verboten zu besitzen. Die Immos trifft der Lastenausgleich.

    Eure Ansichten sind unglaublich naiv. Wenn man an Aktien genauso naiv herangeht, sollte man möglicherweise wirklich keine besitzen. Dann wird man eben Opfer einer anderen Assetklasse.

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