Studie: Anleger verschmähen Risiko-Zertifikate

Studie
Anleger verschmähen Risiko-Zertifikate

Sicher ist sicher: Investoren scheuen das Risiko und setzen auf risikoarme Zertifikate. Das günstige Zinsumfeld könnten aber bald zu einem Umschwenken im Anlegerverhalten führen.
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DÜSSELDORF. Der anhaltende Börsenaufschwung hat viele Zertifikate und Hebelprodukte auf dem deutschen Markt einer Studie zufolge risikoärmer gemacht. Im November entfielen 62,5 Prozent des investierten Vermögens auf die risikoärmste von insgesamt fünf Produktklassen, wie ein am Dienstag veröffentlichter Report des Analysehauses European Derivatives Group (EDG) zeigt. Im November waren es 59,9 Prozent gewesen. Der Marktanteil der Papiere aus den beiden risikoreichsten Klassen sei von 14,9 auf 12,6 Prozent gefallen.

 

"Neben den Kurssteigerungen wirken vor allem sinkende Volatilitäten und abnehmende Restlaufzeiten risikoreduzierend", begründete die EDG die aktuelle Entwicklung. Wegen der Kursanstiege sind Risikopuffer zu Barrieren, zum Beispiel bei Bonuszertifikaten, angewachsen. Das senkt das Produktrisiko. Den Einfluss von Umschichtungen durch Anleger und Neuemissionen hat die EDG bei ihrer Analyse auf Monatssicht herausgerechnet.

 

Obwohl der Anteil risikoarmer Produkte in den vergangenen Monaten gestiegen ist, lag er der EDG zufolge noch weit unter dem Vorjahresniveau. Dieser Vergleich auf Jahressicht schließt Umschichtungen durch Anleger und Neuemissionen ein. Die EDG begründet den Unterschied damit, dass die Anleger im Jahresverlauf auf etwas risikoreichere Produkte umgeschwenkt seien. Denn wenn die Anlegerpräferenzen über das Jahr gleich geblieben wären, hätte sich durch die Risikoreduktion im

Gesamtmarkt das Volumen der risikoärmsten Produkte erhöhen müssen. "Eine Erklärung für die Änderung der Anlegerpräferenz lässt sich möglicherweise im aktuell vorherrschenden Niedrigzinsumfeld finden", erklärte die EDG.

 

Die EDG misst die Risiken von Basiswerten und Zertifikaten anhand des Value at Risk (VaR). Diese Kennzahl gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Investment in einem bestimmten Zeitraum einen bestimmten Verlust nicht überschreiten wird. Für den November-Report hat die EDG rund 215.000 Hebelprodukte und 195.000 Anlagezertifikate analysiert, wobei rund 99 Prozent des investierten Vermögens auf Anlagezertifikate entfallen sind.

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