Eine solche Wertsteigerung wie im Falle Manduro ist allerdings die Ausnahme. "Die Preise für mäßig begabte Pferde stagnieren, während für Top-Pferde auch Top-Preise gezahlt werden", sagt Peter Brauer vom Direktorium für Vollblutzucht und Rennen. Anfänger sollten sich nicht von möglichen Traumrenditen blenden lassen. Es ist schwer, das richtige Pferd zu finden, und die Konkurrenz ist groß. Immerhin bieten Gestüte aus aller Welt - darunter die Königin von England - für die aussichtsreichsten Pferde. Investoren sollten nur selbst mitbieten, wenn sie über Erfahrung und genügend Spielgeld verfügen. Anfänger dagegen brauchen bei der Auswahl professionelle Hilfe.
Vergaloppieren können sich die Anleger auch bei den laufenden Kosten ihres Investments: Ein Rennpferd ist nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt. Neben dem Kaufpreis fallen Kosten für Futter, Tierarzt, Hufschmied, Versicherung und Training an. In der Regel geben die stolzen Pferdebesitzer ihren Schützling in die Obhut eines erfahrenen Trainers. Er bereitet das Pferd auf die Wettkämpfe vor. Im Schnitt kostet die Vollpension im Stall eines Trainers 12 000 bis 15 000 Euro im Jahr. Spitzentrainer verlangen deutlich mehr. Das Risiko, dass sich das Investment letztlich nicht auszahlt, ist groß. "Eine Faustregel besagt, dass im Durchschnitt aller in Deutschland trainierten Rennpferde die Gewinne und sonstigen Einnahmen etwa 45 Prozent der Kosten decken", sagt Berglar. Mehr nicht. Sollte das Pferd kränkeln oder gar früh sterben, ist das investierte Geld weg.
Anfänger sind daher gut beraten, sich nicht gleich ein eigenes Pferd zu kaufen, sondern sich an einem zu beteiligen. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland zahlreiche Besitzergemeinschaften, Clubs, Pools und Syndikate, über die Anleger in Pferde investieren können. Je mehr Tiere eine Gemeinschaft besitzt, desto besser. Denn das Risiko, den gesamten Einsatz zu verlieren, ist bei einem Pool aus mehreren Pferden deutlich geringer. "Es ergibt mehr Sinn, von den durchschnittlichen Erfolgen dreier Pferde zu profitieren, als alles auf eine Karte zu setzen", sagt Barry Irwin, Chef von Team Valor aus den USA. Es geht aber nicht nur ums Geld: Viele Liebhaber suchen und finden im Pferdesport Spannung, Spaß und Leidenschaft.
Die Unterhalts- und Trainingskosten werden bei Beteiligungen auf viele Schultern verteilt. Renngewinne, Verkaufs- und Zuchterlöse kommen den Investoren anteilig zu. So sucht beispielsweise der ehemalige Weltklasse-Jockey Manfred Hofer für Besitzergemeinschaften jährlich mehrere Pferde. Zu seinen Kunden gehörten in der Vergangenheit Fernsehsternchen Verona Pooth oder der englische Fußball-Nationalspieler Michael Owen.
Sogenannte Jährlingssyndikate bietet Philipp Graf von Stauffenberg über seine Vollblut-Agentur Stauffenberg Bloodstock an. Mit rund 1 000 Euro können Anleger einsteigen. International bekannt ist Barry Irwins Team Valor. Rund 20 Fonds, die in gleich mehrere Pferde investieren, legt der Teamchef pro Jahr auf. Der Anteilspreis für die Anleger liegt im Schnitt zwischen 12 500 und 22 500 Dollar. Mit etwas Glück entdecken die Talentspäher einen kleinen Manduro - oder den neuen Seabiscuit.

