9 Bewertungen ****
11.01.2009 
Anleger-Akademie Devisenmarkt

„Das Risiko wird nicht entschädigt“

Vier Fragen zum Thema Devisenspekulation an Ulrich Leuchtmann, Währungsexperte der Commerzbank.

Die Währungskurse schwanken kräftig. Wie interessant sind Devisengeschäfte für den Kleinanleger?

Grundsätzlich ist die hohe Volatilität sehr lukrativ. Allerdings sind die Risiken hoch. Gleiches gilt für den Aufwand, den man betreiben muss, um das Marktgeschehen zu verfolgen und entsprechend zu reagieren.

Was macht Währungsspekulationen so riskant?

Die Zahl der Einflussfaktoren auf die Kurse ist weit größer als etwa bei Aktien. Entscheidend aber ist, dass das Risiko nicht ausreichend entschädigt wird. Bei guten Aktien bekommen Anleger eine Dividende, bei Anleihen einen Zinscoupon. Das mindert die Kursrisiken. Devisenspekulationen dagegen sind mehr oder weniger reine Kursspekulationen. Die Zinsunterschiede zwischen einzelnen Währungen, von denen Anleger profitieren könnten, fallen oft kaum ins Gewicht.

Für Anleger, die sich trotzdem trauen – was gibt es für Möglichkeiten?

Mutige können es natürlich mit Währungskonten, Optionsscheinen oder Zertifikaten versuchen. Besser wären für den Nichtprofi aber Devisenfonds. Der Fondsmanager übernimmt dort die Arbeit, der Anleger muss nicht täglich das Marktgeschehen verfolgen.

Welche Währung wird als großer Gewinner aus der Krise gehen?

Die Meinungen der Analysten gehen derzeit so weit auseinander wie selten zuvor, das muss man fairerweise dazu sagen. Wir sind der Ansicht, dass der Dollar am besten davonkommen wird. Er ist und bleibt die Krisenwährung der Welt. Daran hat sich trotz Hypothekenkrise nichts geändert. Die USA sind schneller in die Rezession gerutscht als andere Nationen; wir sind davon überzeugt, dass sie sich auch deutlich schneller wieder erholen werden als beispielsweise Europa.

Die Fragen stellte Christian Panster.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Breakingviews

Ford braucht mehr Eigenkapital  Artikel in Merkliste

06.07.2009 von Antony Currie (breakingviews.com)

Der Autobauer Ford ist um einen staatsfinanzierten Konkurs herumgekommen und gewinnt wieder Marktanteile. Aber seine Schuldenlast ist nach wie vor erdrückend, anders als bei General Motors, wo nach schnellen Konkursverkäufen inzwischen deutlich weniger Schulden zu Buche stehen. Eine Kapitalerhöhung würde zwar das Ergebnis pro Aktie verwässern, könnte Ford aber helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Kommentar

Gastbeiträge

Die Konstruktionsfehler des Bad-Bank-Gesetzes  Artikel in Merkliste

06.07.2009 von Jan-Pieter Krahnen (Universität Frankfurt)

Dass die soeben beschlossenen Auffanggesellschaften für Landesbanken und einige Privatbanken (Bad Banks) ein erhebliches Risiko für den Staatshaushalt darstellen, ist bereits bekannt. Dass Bad Banks aber auch ein erhebliches Risiko für die wirtschaftliche Erholung und die weiteren Wachstumsaussichten unserer Volkswirtschaft darstellen, ist weithin übersehen worden. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 06.07.2009 (Abendausgabe) 

06.07.2009Börsenradio

Weltbank nimmt G8 jede Konjunkturhoffnung - Anleger ziehen Köpfe vor Berichtssaison ein - Dax setzt Talfahrt fort - Euro und Öl verlieren an Wert Anhören


Anzeige