Diese Indexfonds bilden die Entwicklung des zugrundegelegten Indexes fast 1:1 ab. So können Anleger statt auf eine Auswahl von Werten gleich auf den ganzen Markt setzen. Schlechter als der Durchschnitt kann man auf diese Weise nicht abschneiden. Beispiel: Wenn der Dax an einem Tag zwei Prozent seines Wertes gewinnt, steigt auch ein ETF wie etwa der iShares Dax um zwei Prozent.
Weil Indexfonds so einfach und transparent erscheinen, stehen sie bei den Anlegern hoch im Kurs. Zuerst kamen sie Anfang der 90er-Jahre in den USA in Mode, in Deutschland ging der Boom vor wenigen Jahren los. Nach Angaben von Deutsche Bank Research verzeichnet der weltweite Markt für börsennotierte Indexfonds jährlich hohe zweistellige Wachstumsraten. Insgesamt stecken weltweit rund 750 Mrd. Dollar in dieser Anlageklasse. Neben Privatanlegern stecken auch große institutionelle Investoren wie die US-Pensionskassen ihr Geld in Indexfonds.
Indexanbieter wie S&P sowie Dow Jones/Stoxx haben sich schnell auf das lukrative Geschäft eingestellt. Täglich konstruieren sie neue Börsenbarometer. Der Einfallsreichtum ist groß. So werden zum Beispiel im World Water Index von Merrill Lynch
, kurz Wowax, eine Reihe von Unternehmen gebündelt, die entfernt mit Wasserversorgung oder-infrastruktur zu tun haben. Zertifikate oder Fonds auf diesen Index sollen ein Investment in die Wasserbranche möglich machen.
Mittlerweile gibt es auf der Welt mehr Indizes als börsennotierte Unternehmen. Nach Angaben der amerikanischen Research Tabb Group-Gesellschaft stehen weltweit 40 000 börsennotierten Unternehmen etwa 48 000 Indizes gegenüber. Der Nutzen für die Anleger ist aber begrenzt. "Für viele ist die Vielfalt irreführend und verwirrend", sagt Christian Stocker, Index-Experte bei Unicredit![]()
Allein die Deutsche Börse
berechnet inzwischen mehr als 2 600 Indizes. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass der Dax selbst gerade einmal zwanzig Jahre alt ist und der erste Zuwachs zur Dax-Familie - der MDax der mittelgroßen Werte - erst im Jahr 1996 dazu kam.

