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25.03.2007 
Martin Weber

„Die Kritiker sind verstummt“

von Patrick Mönnighoff

„Überrenditen lassen sich vor allem bei Nebenwerten erzielen“, sagt Martin Weber, Professor an der Universität Mannheim. Im Interview spricht er über Momentum-Strategien und erklärt, welchen Nutzen sie für Anleger haben.

Martin Weber ist Professor an der Universität Mannheim.Lupe

Martin Weber ist Professor an der Universität Mannheim.

Handelsblatt: Herr Weber, sind Momentum-Strategien auch aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll?

Martin Weber: Dass Momentum-Strategien tatsächlich eine Überrendite einbringen, haben die Wissenschaftler Narasimhan Jegadeesh und Sheridan Titman bereits Mitte der 90er-Jahre nachgewiesen. Am Anfang wurde diese Studie zwar noch skeptisch betrachtet, mittlerweile haben aber etliche andere Untersuchungen ebenfalls gezeigt, dass es den Effekt tatsächlich gibt – und zwar nicht nur an den amerikanischen Märkten.

Wie sicher sind denn derartige Erkenntnisse?

Kritiker werfen den Statistikern bei derartigen Untersuchungen ja häufig so genanntes „Data-Mining“ vor. Im Prinzip bedeutet dies, dass so lange nach entsprechenden Grunddaten gesucht wird, bis diese das gewünschte Ergebnis ergeben. Bei Momentum-Strategien sind die Kritiker inzwischen aber verstummt. Immerhin haben weitere Wissenschaftler den Effekt in den vergangenen Jahren für zahlreiche Märkte und verschiedenste Zeiträume ebenfalls nachgewiesen.

Also können auch am deutschen Aktienmarkt Momentum-Strategien erfolgreich sein?

Prinzipiell ja. Wir haben aber festgestellt, dass bei Dax-Werten mit diesem Ansatz keine Überrendite erzielt werden kann. Bei den so genannten Mid-Caps existiert der Effekt aber. Dies ist übrigens überall auf der Welt so.

Woher kommt denn dieser Unterschied?

Sobald ein Markt von vielen Analysten und Marktteilnehmern beobachtet wird, wird er effizienter. Für Momentum-Strategien ist das ein Nachteil. Generell gilt daher, dass sich Überrenditen vor allem bei Nebenwerten erzielen lassen. Zu klein darf die Marktkapitalisierung und vor allem der Börsenumsatz der Aktien jedoch auch nicht sein, da illiquide Werte kaum handelbar sind und sich Momentum-Strategien daher nicht so leicht in der Praxis umsetzen lassen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Können Anleger denn tatsächlich von einer derartigen Strategie profitieren?

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