Neben Gold und Platin ist Silber etwas verblasst. Nach mehrfachem Anlauf hat das Edelmetall endlich auch den Sprung über die Hürde von 14 Dollar je Feinunze geschafft. Und das Edelmetall bleibt attraktiv, zumal die Bestände jahrelang gesunken sind. Im Unterschied zu Gold wird Silber viel stärker industriell verwendet und auch von den Notenbanken nicht gehortet. Die auf jährlich 30 000 Tonnen geschätzte Produktion wird durch die verarbeitende Industrie fast völlig absorbiert. Silber wird inzwischen zwar weniger von der Fotoindustrie benötigt, allerdings wächst die Nachfrage im Bereich der Elektronikindustrie. Wegen des hohen Preises der anderen Edelmetalle wird zudem auch Silberschmuck wieder interessant.
Ob Gold, Silber oder Platin: Der Haussemarkt bei den Edelmetallen ist intakt – und wird für Anleger auch mittel- bis langfristig attraktiv bleiben.
Fallstricke
Währung: Der Goldpreis entwickelt sich in der Regel entgegengesetzt zur amerikanischen Währung. Wenn der Dollar steigt, fällt der Goldpreis und umgekehrt. Sollte der Dollar wieder erstarken, würde dies den Goldpreis belasten. Der steile Anstieg hat sich für die Anleger im Euro-Raum auch nicht ganz so stark ausgewirkt, da Gold weltweit in Dollar gehandelt wird.
Marktenge: Der Edelmetall-Markt ist vergleichsweise klein. Schon geringe Veränderungen im Angebot oder bei der Nachfrage können daher zu größeren Preisausschlägen führen.
Zentralbanken: Führende Zentralbanken haben ihre Verkäufe über ein Goldabkommen begrenzt. Sollten sie ihre Reserven dennoch stärker abbauen, würde dies für Preisrückschläge sorgen.
Ertrag: Anders als klassische Wertpapiere wirft ein Goldinvestment für Privatanleger keinen laufenden Ertrag ab. Edelmetalle haben sich allerdings als neue Anlageklasse etabliert. Der starke Zufluss von Geldern sorgt bisweilen aber für Übertreibungen und stärkere Schwankungen.
Mitarbeit: Regine Palm

