0 Bewertungen
10.07.2006 
Nachgefragt

„Es wird weiter nach oben gehen“

Sieben Fragen zum Thema Rohstoffe an Thilo Steiger, Leiter Portfoliomanagement bei Delta Lloyd

Was spricht derzeit für ein Rohstoffinvestment?

Die Preisbildung bei Rohstoffen ist relativ unabhängig von den Kursbewegungen auf den Aktien- oder Rentenmärkten. Wer Rohstoffe im Depot hat, balanciert also seine Risiken besser aus.

Welche Rohstoffe sollten Anleger zu Zeit favorisieren?

Das Thema Energieversorgung ist und bleibt sehr wichtig. Die Nachfrage dürfte weiter steigen. Wenn beispielsweise in China der Lebensstandard weiter steigt, ändern sich die Essgewohnheiten der Menschen und damit auch die Ausstattungen der Haushalte. Es wird also nicht nur mehr Fleisch gegessen, sondern die Menschen brauchen auch einen Kühlschrank, später dann vielleicht auch eine Klimaanlage – und um die zu betreiben braucht man natürlich Strom.

In welchen Bereichen überwiegen eher die Risiken?

Ganz klar bei den Rohstoffen, die in der Industrie zum sofortigen Verbrauch benötigt werden und die knapp sind. Dazu gehören Industriemetalle wie beispielsweise Kupfer. Anleger müssen da vorsichtig sein, weil die Preise viel mit Spekulation zu tun haben und schnell zu Übertreibungen neigen.

Was müssen Privatanleger bei der Anlage in Rohstoffe generell beachten?

Rohstoffe sind keine Einbahnstraße nach oben, einzelne Anlageklassen schon gar nicht. Daher sollte hier nur investieren, wer die Märkte und die Zusammenhänge kennt. Privatanleger sollten sich vor einem Investment beraten lassen.

Welche Produkte empfehlen Sie Einsteigern , welche sind eher für erfahrene Anleger geeignet?

Für Neulinge eignen sich vor allem Fondsprodukte oder breit gestreute Zertifikate. Fortgeschrittene Anleger, die die Details kennen, können auch Zertifikate auf einzelne Rohstoffe handeln. Dieses Thema können nur Zertifikate abbilden, Zucker- oder Kakaofonds gibt es nämlich nicht.

Welchen Anteil sollten Rohstoffe im Portfolio haben?

Informierten Anlegern, die auch Aktien in ihrem Portfolio haben, empfehlen wir eine Quote von zehn bis 15 Prozent. Schließlich soll der eingangs erwähnte Diversifikationseffekt auf das Gesamtportfolio, also die unabhängige Entwicklung der Rohstoffpreise von den Aktien- und Anleihemärkten, spürbar sein.

Kritiker rechnen schon bald mit einem Ende der Rohstoff-Hausse. Ist ihre Sorge berechtigt?

Das Thema Rohstoffe ist wichtig, interessant und sehr fundiert. Der Zyklus ist intakt und wird weiter laufen, wenn auch nicht mehr unbedingt mit den exorbitanten Zuwächsen wie in der Vergangenheit. Auf Jahressicht rechnen wir je nach Bereich mit Zuwächsen von acht bis zehn Prozent.

Die Fragen stellte Petra Hoffknecht.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Markt-Monitor

Immer wieder Fannie  Artikel in Merkliste

21.08.2008 von Frank Wiebe

Wie Blei lasten die Sorgen um Fannie Mae und Freddie Mac auf den Märkten. Dabei wäre eine richtige Verstaatlichung vielleicht sogar eine Hilfe. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Nur eine Korrektur  Artikel in Merkliste

18.08.2008 von Regine Palm

Die Rohostoffmärkte haben sich entspannt. Aber eine Trendwende ist das noch lange nicht. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 21.08.2008 (Abendausgabe) 

21.08.2008Börsenradio

Nach der Einigung mit Schaeffler nimmt Conti-Chef Wennemer den Hut - Telekom schließt 39 Call-Center - Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB wird künftig von Texas aus geleitet - UBS-Lob befördert Merck-Aktie an Dax-Spitze - Finanzkrise hält Börsen in Atem: Dax verliert weiter Anhören


Anzeige