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03.11.2007 
Fünf Fragen an: Markus Bachmann

„Gold fungiert als eine Art Schiedsrichter“

von Die Fragen stellte Wolfgang Drechsler

Markus Bachmann ist Fondsmanager bei Craton Capital Preciious Metal. Mit dem Handelsblatt spricht er über die Gründe für die Preisexplosion von Gold und Platin, die Möglichkeiten eines Rückschlags und welcher Teil eines Portefeuilles Sie in Gold beziehungsweise in Goldaktien investieren sollten.

Gold und Platin haben zuletzt beide kräftig zugelegt. Was sind die Gründe?

Gold hat zuletzt vor allem vom schwachen US-Dollar profitiert. Es ist aber auch ein Gewinner der Subprime-Krise. Zudem ist die Senkung realer Zinsen wie jetzt in den USA stets Balsam für Gold. Auch die Inflationsgefahr ist keinesfalls gebannt – ein weiterer Pluspunkt für Gold, das als wertbeständig gilt. Schließlich gibt es ganz fundamentale Gründe wie die höhere physische Nachfrage und die rückläufige Minenproduktion. Bei Platin liegen die Gründe primär in der hohen industriellen Nachfrage, vor allem der Autobranche, aber auch der verzögerten Minenproduktion. So konnte der weltgrößte Förderer Angloplat seine Produktion nicht wie geplant ausbauen.

Beim letzten stärkeren Anstieg von Gold im Mai 2006 kam es zu einem herben Rückschlag. Wie sieht es heute aus?

Anders als vor 18 Monaten ist der Anstieg viel breiter abgestützt. Er erklärt sich diesmal auch mehr fundamental und beruht weit weniger auf Spekulation. Ich selbst verstehe übrigens die ganze Aufregung um den Goldpreis nicht. Inflationsbereinigt würde das alte Rekordhoch von 850 Dollar aus dem Jahr 1980 heute einem Preis von etwa 1 900 Dollar pro Feinunze entsprechen. Eigentlich hat sich der Goldpreis in den letzten 27 Jahren folglich halbiert. Entsprechend groß ist das Aufwärtspotenzial.

Hat Platin wegen seiner Doppelfunktion als Schmuck- und Industriemetall insgesamt günstigere Aussichten als Gold?

Zwischen beiden Edelmetallen gibt es große Unterschiede. Ich selbst bin sehr positiv gegenüber Platin aber auch Rhodium eingestellt, das zur Platingruppe zählt. Platin hat eine klassische Doppelfunktion: Als Industriemetall ist es viel bedeutender als Gold und nur sehr schwer zu ersetzen.

Verdient Gold noch immer einen Sonderstatus?

Gold bleibt quasi eine Alternativwährung. Ein stärkerer Anstieg ist stets eine Art Ausrufezeichen für systembedingte Fehler und Schwächen im globalen Finanzsystem. Gold fungiert als Warnleuchte für gewisse makroökonomische und fiskalpolitische Entwicklungen. Oder anders ausgedrückt: Es ist eine Art Schiedsrichter, der den Spielern im System die gelbe Karte zeigt. Dadurch hat es – wie jetzt – oft eine korrigierende Funktion.

Welcher Teil eines Portefeuilles sollte in Gold bzw. in Goldaktien investiert sein?

Goldinvestitionen sind stets eine Frage des Risikoprofils des Anlegers. Es dient vor allem dazu, das eigene Vermögen abzusichern. Wir empfehlen mindestens einen Anteil von fünf bis sechs Prozent im Portefeuille in Gold anzulegen. Dabei sollte die Hälfte aus physischem Gold bestehen, die andere Hälfte aus Aktien der Förderer. Bei Münzen sollte man nicht in Gedenkmünzen, sondern lieber in Klassiker wie den südafrikanischen Krüger-Rand investieren.

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