Einer Analyse von Deutsche Bank Research zufolge weisen besonders einige osteuropäische Länder hohe Risiken auf. Kennzeichnend seien Leistungsbilanzdefizite und ein starkes inländisches Kreditwachstum; außerdem steigende Aktienkurse und Hauspreise sowie in einigen Fällen ein überbewerteter Wechselkurs. "Diese Kombination hat sich häufig als gefährliche Konstellation herausgestellt", kommentiert Markus Jäger von der Deutschen Bank. Aber die wichtigen Emerging Markets wie China, Brasilien, Russland, Indien, Korea und Mexiko seien gut aufgestellt und könnten sich auch bei einer abflauenden Weltkonjunktur behaupten.
Infografik: Geografische Aufteilung des JP Morgan Emerging Markets Equity Fund
Ob Schwellenländer weiter wachsen oder nicht, interessiert Fondsmanager Forey nur am Rande. Makroökonomische Überlegungen - eher nebensächlich. Bei der Auswahl der Aktien sieht Forey keinen Unterschied zwischen einem Unternehmen aus China oder einem westlichen Industrieland. Hauptsache das Unternehmen ist profitabel. "In Schwellenländer zu investieren ist fundamental nicht anders, als irgendwo anders auf der Welt zu investieren", sagt Forey. Die Risiken seien die gleichen wie in entwickelten Märkten, allerdings könnten etwa politische Risiken in anderen Dimensionen auftreten. In jüngster Zeit hätten Unternehmen aus aufstrebenden Märkten zudem enorm aufgeholt, seien professioneller geworden.
Zumindest für die "Large Caps", die großen Unternehmen, mag dies zutreffen. Von den Kleinen lässt Forey ohnehin die Finger. "Im Portfolio finden sich keine Exoten", sagt Werner Hedrich von Morningstar. Dass der größte Anteil mit rund acht Prozent auf die brasilianische Ölgesellschaft Petrobras entfällt, ist wenig verwunderlich. "An Petrobras kommt im Moment keiner vorbei", sagt Hedrich. Petrobras zählt zu den weltweit am stärksten wachsenden Konzernen der Branche. Und dank der Entdeckung eines großen Ölfelds vor wenigen Wochen verzeichneten die Aktien des Staatsunternehmens noch einmal starke Gewinne.
Während andere Fondsmanager gezielt auf bestimmte Länder oder Sektoren setzen, streut Forey das Geld eher breit - schon allein die Größe seines Fonds lässt ihm keine andere Wahl. Etwa 70 Aktien stecken im Portfolio. Forey versucht, sie mindestens zwischen drei und fünf Jahren zu halten. Aktien aus Brasilien und Südafrika kommen derzeit im Vergleich zur Zusammensetzung des MSCI Emerging Markets etwas stärker im Portfolio vor, Südkorea und Taiwan etwas weniger. Insgesamt halten sich die Abweichungen aber in Grenzen.
Das macht den Fonds zwar weniger anfällig für Schwankungen, hat aber auch Tücken. Je näher ein Fonds am Index liegt, desto größer wird die Konkurrenz durch so genannte Exchange Traded Funds (ETF). Diese bilden die Zusammensetzung von Indizes fast eins zu eins ab. Im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds fallen für Indexfonds geringere Verwaltungsgebühren an, sie werden nicht aktiv gemanagt.
Forey kennt die Frage, die Analysten und Anleger deshalb immer häufiger stellen: Aus welchem Grund sollte jemand sein Geld in einen Investmentfonds stecken, der sich vor allem durch höhere Gebühren von Indexfonds unterscheidet? "Es gibt keinen Grund, wenn wir auf lange Sicht nicht bessere Renditen erzielen", sagt Forey. Aber in der Vergangenheit hätten er und sein Team es meistens geschafft, den Index zu schlagen. Man wird sehen, ob ihm das auch in diesem Jahr gelingen wird. Gerade in turbulenten Zeiten zeigt sich, was ein guter Manager wert ist

