Deutlich einfacher ist für Anleger dagegen der Kauf von Aktien großer Weingüter und -händler. Deren Vorteil: Sie sind konjunkturabhängig und krisenresistent. Das zeigte sich beispielsweise auch beim Platzen der New-Economy-Blase vor wenigen Jahren. „Wer in den großen Weinwerten veranlagt war, hatte vielleicht Sauerstoffbläschen im Glas, aber ansonsten mit dem Platzen der Technologieblase nichts zu tun“, sagt Gerhard Rehor von der österreichischen Raffeisenlandesbank Treasury. Anhaltspunkt für die Entwicklung von Weinaktien ist deren Index „Krescensio 19+1“, in dem die 19 wichtigsten börsennotierten Weinproduzenten der Welt plus die heimische Weinaktie Schlumberger enthalten sind.
Die Papiere der größten börsennotierten Kellerei der Welt, der chilenische Concha y Toro, werden sogar im Frankfurter Open Market gehandelt. Das Gros der Aktien geht indes an der Wall Street in New York um, wo die Aktie seit dem Jahr 1994 mit zuletzt wieder steigendem Erfolg gelistet ist. Analyst Jose Y Jordan von der Schweizer Großbank UBS hat gerade erst seine Kaufempfehlung für die Aktie bestätigt und traut ihr auf Sicht von zwölf Monaten ein Kursplus von über 40 Prozent zu.
Bekanntester deutscher Name ist die Aktie des Hamburger Weinhändlers Hawesko, die im abgelaufenen Jahr vom allgemeinen Aufwärtstrend an den Börsen kaum etwas abbekommen hat und am Ende wieder auf Ausgangsniveau notierte. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Sowohl Holger Schwesig von der DZ Bank als auch Thilo Kleibauer vom Bankhaus M.M. Warburg haben zuletzt die Aktie zum Kauf empfohlen. Beide rechnen in diesem Jahr mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach guten Weinen.
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Bleibt zu guter Letzt die Variante, sich selbst die ein oder andere Flasche eines guten Tropfens in den eigenen Keller zu legen. Das gestaltet sich derzeit nicht ganz einfach. Denn seitdem edle Weine zum Renditebringer geworden sind, tobt ein Preiskrieg. Für Top–Weine aus französischen Traditionsweingütern wie Chateau Lafite Rothschild oder Latour werden in der Subskription Preise von 500 Euro je Flasche bezahlt. Subskription heißt: Bereits ein Jahr vor der Auslieferung, also während der Wein noch im Fass reift. Sogar Hedge-Fonds sollen inzwischen involviert sein. Große Teile der Produktion gelangen so überhaupt nicht mehr in den regulären Handel.
Das Maß aller Dinge ist für Weinkäufer die 100-Punkte-Tabelle des Amerikaners Robert M. Parker, gerne auch der „Papst der Weinwelt“ genannt. Was seinen 100 Punkten nahe kommt, bietet automatisch Chancen auf weitere Preissteigerungen. Auch wenn diese in den vergangenen Jahren, speziell wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs in China und Russland, bereits immens angezogen haben.
Eine weitere Variante ist die Suche nach großen Jahrgängen. Aus der weiteren Vergangenheit zählen die Jahre 1945, 1947, 1959 und 1961 dazu. Zuletzt ragten besonders die Jahrgänge 2000 und 2001 heraus. Wer hier in Top-Weine investiert, der kann Experten zufolge gute Preissteigerungen erwarten. Oder falls es doch anders kommt, zumindest einen wundervollen Abend bei tollen Weinen erleben.

